International

Herero-Aktivist zu "Versöhnungsabkommen" mit Bundesregierung: "Das ist neokolonialistische Politik"

Das "Versöhnungsabkommen" zwischen der deutschen und der namibischen Regierung ist beschlossen. Viele Herero und Nama fühlen sich jedoch übergangen und betrogen. Als "Geste der Versöhnung" zahlt die Bundesregierung 1,1 Milliarden Euro – über einen Zeitraum von 30 Jahren.

Ein Podcast-Beitrag von Kani Tuyala

Der Völkermord an den indigenen Volksgruppen der Herero und Nama Namibias zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts forderte zehntausende Menschenleben und gilt als erster Genozid des 20. Jahrhunderts. Nun einigten sich die deutsche und die namibische Regierung auf ein sogenanntes Versöhnungsabkommen. In Berlin wird jetzt unter anderem offiziell von einem Genozid an den beiden Volksgruppen gesprochen.

Viele Vertreter der Herero und Nama sehen die Vereinbarung als "PR-Coup" Deutschlands. In einem Podcast-Gespräch mit RT DE-Redakteur Kani Tuyala äußerte sich der in Berlin lebende Herero-Aktivist Israel Kaunatjike kritisch zu diesem Abkommen. Die vom Völkermord betroffenen Volksgruppen hätten so gut wie keine Rolle bei den Verhandlungen gespielt.

Zudem sehe die Vereinbarung keine Reparationszahlungen vor. Auch die Zahlung von 1,1 Milliarden Euro für Entwicklungsprojekte – gestreckt über 30 Jahre – stellt für den Bildungsreferenten alles andere als eine befriedigende "Geste der Versöhnung" seitens der Bundesregierung dar. Entwicklungspolitik, so Kaunatjike, sei zudem ohnehin "Interessenpolitik".

Ein weiteres Gesprächsthema ist der mutmaßliche Genozid Chinas an der Minderheit der Uiguren. Für den Namibier steht die massive Kritik an China den Staaten der transatlantischen Gemeinschaft nicht gut zu Gesicht. Zunächst sollte das eigene Haus sauber gehalten werden, argumentiert Kaunatjike.

Was die Herero und Nama und deren Streben nach Gerechtigkeit angeht, werde der Kampf weitergehen.

Quellen: 

Deutschlandfunk: Deutschland erkennt Kolonialverbrechen als Genozid an

Deutschlandfunk: Warum Gespräche zwischen Deutschland und Namibia stocken

Deutsche Welle: Deutschland erkennt Kolonialverbrechen in Namibia als Völkermord an

European Center for Constitutional and Human Rights: Das "Versöhnungsabkommen"– Eine vertane Chance

RedaktionsNetzwerk Deutschland: Herero-Aktivist kritisiert Einigung der Bundesregierung mit Namibia

RT DE: Deutschland erkennt Kolonialverbrechen als Völkermord an und will um Vergebung bitten

RT DE: Verbände von Herero und Nama lehnen Vereinbarung Namibias mit Deutschland ab

Süddeutsche Zeitung: "Eine schockierende Offenbarung"

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Liebe Leser und Kommentatoren,

wir schätzen die Möglichkeit sehr, Ihnen mit der Kommentarfunktion eine Plattform zum gegenseitigen Austausch bieten zu können. Leider müssen wir diese Möglichkeit vorübergehend einschränken, bis effektive Mittel und Wege gefunden sind sicherzustellen, dass dieses Kommunikationsmittel nicht missbraucht wird.

Das Kommentieren auf unserer Website soll für alle so sicher und so wenig einschränkend wie möglich sein, bei alledem jedoch Hass, Hetze und Beleidigungen konsequent ausschließen.

Ihr RT DE-Team