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Gorbatschows Dolmetscher zu Putin-Biden-Treffen: Kein "Beginn einer wunderbaren Freundschaft"

Am Mittwoch soll es zum ersten direkten Aufeinandertreffen von Wladimir Putin und Joe Biden kommen. Anlässlich des Gipfeltreffens erklärte Pawel Palaschtschenko, Dolmetscher unter Michail Gorbatschow, im Interview mit RT, was man vom Gipfeltreffen erwarten kann.
Gorbatschows Dolmetscher zu Putin-Biden-Treffen: Kein "Beginn einer wunderbaren Freundschaft"Quelle: RT

Am Mittwoch soll das erste direkte Treffen zwischen dem Präsidenten Russlands Wladimir Putin um dem US-Präsidenten Joe Biden in Genf stattfinden. Das Verhältnis der beiden Länder befindet sich derzeit auf einem Tiefpunkt. Anlässlich des Treffens erklärte Pawel Palaschtschenko, persönlicher Dolmetscher des ehemaligen Staatspräsidenten der UdSSR Michail Gorbatschow, im Interview mit RT, was vom Gipfeltreffen zu erwarten sei.

Das Treffen sei durchaus vergleichbar mit Treffen der Regierungsvertreter der UdSSR und den USA zu Zeiten des Kalten Krieges, erklärte Palaschtschenko: Auch als Gorbatschow und US-Präsident Ronald Reagan sich trafen, hatte es zuvor über einen Zeitraum von sechs Jahren kein Treffen zwischen den Regierungsoberhäuptern beider Staaten gegeben.

"Jetzt haben wir eine ähnliche Situation: Das letzte Treffen zwischen Präsident Putin und Präsident Trump fand in Helsinki 2018 statt. Unglücklicherweise hat es meiner Meinung nach mehr geschadet als genutzt."

Seitdem haben sich die Beziehungen kontinuierlich verschlechtert, deshalb sei das Treffen auch notwendig. Beide Regierungsoberhäupter seien jedoch erfahrene Leute, daher könne man davon ausgehen, dass beide Seiten ein Interesse daran haben, die Beziehungen zu normalisieren. Man solle aber nicht zu viel vom Gipfeltreffen erwarten:

"Ich glaube nicht, dass sie sagen werden: Das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft."

Man könne eher davon auszugehen, dass die Verhandlungen geschäftsmäßig ablaufen. Es sei jedoch nicht zu erwarten, dass es bezüglich der NATO eine baldige Einigung geben werde. Beide Länder hätten unterschiedliche Ansichten über das Militärbündnis: Während die USA die NATO als eine "friedliche Allianz" betrachten, sieht Russland dies deutlich anders. Eine Möglichkeit, die Situation in diesem Punkt zu verbessern, wäre eine militärische Deeskalation:

"Ich denke, was getan werden kann, ist, eine Übereinkunft zur Deeskalation der militärischen Aktivitäten zu treffen. Derzeit gibt es eine Menge Sachen, die an der Berührungslinie zwischen Russland und der NATO geschehen."

Eine Übereinkunft zur militärischen Deeskalation, die dafür sorgt, dass Manöver und ähnliche Vorgänge nicht mehr in der Nähe der russischen Grenze stattfinden, wäre nützlich – und zwar unabhängig davon, ob es auf diesem Gipfeltreffen erzielt wird. Diesbezüglich gebe es Empfehlungen einer großen Gruppe von Experten, die sowohl aus den NATO-Ländern als auch aus Russland kommen.

Mehr zum Thema - Merkel: Leider fasst Russland die NATO als Gegner auf

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