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Hat die NASA aus Versehen bereits "per Anhalter" irdisches Leben auf den Mars gebracht?

Während der Mars-Missionen der NASA wurde immer wieder auch nach außerirdischen Lebensformen gesucht. Doch ein Wissenschaftler vermutet nun, dass es längst Leben auf dem Mars geben könnte – und zwar in Form von Mikroben, die mit den NASA-Missionen selbst eingeschleppt wurden.
Hat die NASA aus Versehen bereits "per Anhalter" irdisches Leben auf den Mars gebracht?Quelle: www.globallookpress.com © NASA/JPL-Caltech

In der Vergangenheit wurde immer wieder nach Spuren von außerirdischem Leben auf dem Mars gesucht. Doch sollte man jemals Lebensformen wie Mikroben auf dem Mars entdecken, muss dies nicht zwingend heißen, dass diese auch wirklich vom roten Planeten stammen. Es wäre durchaus im Bereich des Möglichen, dass die bisherigen Mars-Missionen der letzten Jahrzehnte den Mars unbeabsichtigt einer Kontamination mit Mikroben ausgesetzt haben. Ein Wissenschaftler vermutet, dass es auf dem Planeten bereits mutierte Mikroben von der Erde gibt.

Wie der Genetiker Christopher Mason von der Cornell University in einem Beitrag für die BBC erläutert, könnte das Leben, das man sich auf dem Mars zu entdecken erhofft, am Ende von der NASA selbst dorthin gebracht worden sein. In den letzten Jahrzehnten hatte die NASA im Rahmen ihrer Mars-Missionen rund 30 Raumtransporter und Rover zum Mars geschickt. Kürzlich erst zeigten nun eingehende Untersuchungen, welche Mikroben diese Reise überstanden haben könnten.

Die NASA treffe zwar stets extreme Vorkehrungen, um ihre Raumflugkörper frei von Mikroben zu halten. Doch den Mikroben-Anteil gänzlich bei null zu halten, sei nahezu unmöglich, so Mason. Es gebe zudem zahlreiche Indizien, wenn auch theoretischer Natur, dass der Planet durch die vielen Marsmissionen bereits mit widerstandsfähigen Mikroben kontaminiert wurde.

Als Quelle der Kontamination könnten die eigenen Reinräume des Jet Propulsion Lab der NASA infrage kommen. In Untersuchungen des Jet Propulsion Lab habe man Hinweise auf die Existenz von Mikroben gefunden, die bei Weltraummissionen problematisch sein könnten. Die gefundenen Organismen haben eine erhöhte Anzahl an Genen für die Selbstreparatur ihrer DNA, was ihnen auch eine höhere Widerstandskraft gegenüber der Strahlung im Weltraum verleihe. Zudem können sie Biofilme auf Oberflächen und Geräten bilden und sowohl in trockenen als auch in extrem kalten Umgebungen überleben.

"Es zeigte sich, dass Reinräume für evolutionäre Selektionsprozesse hin zu widerstandsfähigsten 'Bazillen' dienlich sein könnten, die dann eine größere Chance haben, eine Reise zum Mars zu überleben."

Diese Untersuchungen deuten laut Mason auf eine "Voraus-Kontamination" hin, bei der irdische Lebensformen – absichtlich oder zufällig – bereits auf einen anderen Planeten gebracht werden. Wenn diese Organismen neu ein anderes Ökosystem erreichen, können sie jedoch dort ein enormes Chaos anrichten. Deshalb sei es wichtig, dass man den Erhalt "jeglichen Lebens, das irgendwo im Universum existieren könnte, gewährleistet".

Sollte man eines Tages Lebensformen wie Mikroben auf dem Mars entdecken, sei es dem Wissenschaftler zufolge nicht unwahrscheinlich, dass man diese mit von der NASA eingeschleppten irdischen Mikroben verwechselt. Unter den neuen Bedingungen dürften die irdischen Lebensformen schnell mutieren, sodass sie dann wie eine fremde Lebensform erscheinen könnten. Erst kürzlich habe man neue Mikroben entdeckt, die sich erst innerhalb der International Space Station entwickelt hatten.

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