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Kasperski: Hacker aus Russland gehören zu den besten und raffiniertesten weltweit

Cyberkriminelle gibt es überall auf der Welt, die erfolgreichsten haben sich jedoch auf bestimmte Herangehensweisen spezialisiert, so der CEO der IT-Sicherheitsfirma Kaspersky Lab. Ihm zufolge werden in Russland sehr kompetente IT-Ingenieure ausgebildet.
Kasperski: Hacker aus Russland gehören zu den besten und raffiniertesten weltweitQuelle: Sputnik © Ewgeni Bijatow

Nationen greifen sich im Internet ständig gegenseitig an und Cyberkriminelle gibt es in jedem einzelnen Land. Dies erklärte Jewgeni Kasperski, Gründer und Geschäftsführer des IT-Sicherheitsunternehmens Kaspersky Lab, in einem Gespräch mit der Moskauer Tageszeitung Kommersant am Dienstag. Er betonte, dass "nicht alles auf russische Hacker" geschoben werden sollte. Diese würden jedoch zu den geschicktesten Cyberkriminellen der Welt gehören. Der IT-Sicherheitsexperte hob hervor:

"In Wirklichkeit greift jeder jeden an. Hauptopfer sind natürlich die entwickelten Länder, da es dort mehr zu stehlen gibt. Es gibt jedoch überall Cyberkriminelle. An manchen Orten gibt es mehr, an anderen weniger."

Kasperski stellte fest, dass es in den USA aufgrund der Kompetenz des FBI nur sehr wenige Hacker gibt. Andere Länder wie China und Russland hätten jedoch eine sehr entwickelte Cybercrime-Industrie. Der Geschäftsmann sagte:

"Die Angriffe haben nationale Ausprägungen. Chinesischsprachige Cyberkriminelle sind zum Beispiel auf Botnetze spezialisiert."

"In Lateinamerika sind die Betrüger vor allem auf Finanzen, Kreditkarten- und Kontobetrug spezialisiert. Cryptojacking ist die Spezialität der russischsprachigen kriminellen Gruppen."

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Der Begriff Cryptojacking bedeutet die Verwendung einer bestimmten Software mit dem Ziel, Computer zu identifizieren und Energie zu stehlen, um mit dem Mining von Kryptowährungen Geld zu verdienen. In der Regel geschieht dies ohne das Wissen der Benutzer. Kasperski fügte hinzu:

"Wenn es um den Grad der Komplexität und Raffinesse der Angriffe geht, stehen russischsprachige Hacker an erster Stelle."

Er merkte an, dass die technische Ausbildung des Landes eine Menge talentierter und kompetenter Ingenieure hervorbringt, die oft zu den besten Programmierern der Welt gehören. Der IT-Sicherheitsexperte hob hervor:

"Dies ist der Grund, warum wir ein Büro in Moskau haben."

"Sie werden nirgendwo sonst so viele kompetente Ingenieure finden. Man kann sie zwar auch in Israel und im Silicon Valley finden, aber die Kosten sind anders."

Im vergangenen Monat beschuldigte US-Präsident Joe Biden russische Hacker, das Öltransportsystem Colonial Pipeline im Südosten der Vereinigten Staaten ins Visier genommen und das Netzwerk fast eine Woche lang lahmgelegt zu haben. Das Netzwerk wurde schließlich wieder in Betrieb genommen, nachdem sich Unternehmenschef Joseph Blount entschlossen hatte, ein Lösegeld von 4,4 Millionen US-Dollar an die Cyberkriminellen zu zahlen. Obwohl die Hacker nach Angaben der US-Behörden in Russland sitzen, erklärte Biden, dass es keine Beweise für eine Beteiligung des Kremls gibt.

Im Jahr 2020 wurde jedoch ein Großangriff auf die US-Bundesverwaltung direkt der russischen Regierung angelastet. Bei dem sogenannten SolarWinds-Angriff zielten die Cyberkriminellen auf mehrere Bereiche der US-Regierung ab, indem sie Fehler in verschiedenen Computerprogrammen ausnutzten, um massenhaft Daten, darunter E-Mails und andere Dokumente, zu stehlen. Die USA haben wegen des Hackerangriffs Sanktionen gegen Moskau verhängt.

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