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Straße von Hormus: US-Marine feuert 30 Warnschüsse auf iranische Schnellboote ab

Laut Angaben des US-Verteidigungsministeriums feuerte ein US-Schiff in der Straße von Hormus Warnschüsse auf iranische Patrouillenboote ab. Die iranischen Boote sollen sich der US-Flotte genähert haben. Dies ist nicht der erste derartige Vorfall in den letzten zwei Wochen.
Straße von Hormus: US-Marine feuert 30 Warnschüsse auf iranische Schnellboote abQuelle: AFP © AFP Photo/US Navy

Das US-amerikanische Verteidigungsministerium teilte am Montag mit, dass ein Schiff der US-Marine 30 Warnschüsse abgegeben habe, nachdem sich 13 Barkassen des Korps der Iranischen Revolutionsgarde mehreren US-Schiffen in der Straße von Hormus genähert haben sollen.

Pentagon-Sprecher John Kirby sagte auf einer Pressekonferenz, dass die Warnschüsse in zwei Salven abgefeuert worden seien, um das iranische Schnellboot zu vertreiben, das bis auf 150 Meter an sechs US-Militärschiffe herangekommen sein soll, darunter die USS Monterey, die das Atom-U-Boot USS Georgia eskortierte. "Das ist bezeichnend, (...) und sie haben sehr aggressiv gehandelt", so Kirby. Er fügte hinzu, dass "die Belästigung durch die Revolutionsgarde leider kein neues Phänomen ist". Und weiter:

"Es ist gefährlich, es ist unprofessionell. Das ist die Art von Aktion, die Verletzungen verursachen und zu Fehleinschätzungen in der Region führen kann."

Die US-amerikanischen Schiffe hätten das Recht auf "Selbstverteidigung" und wüssten, wie sie es anzuwenden hätten, so Kirby weiter. Er wies auch darauf hin, dass der Vorfall in der Straße von Hormus stattfand, wo Schiffe nur begrenzt Platz zum Navigieren haben. Die Straße von Hormus ist eine strategische Passage, durch die ein Drittel des weltweiten Öltransports auf dem Seeweg erfolgt. Dies ist das zweite Mal innerhalb von zwei Wochen, dass US-amerikanische Militärschiffe Warnschüsse gegen iranische Schiffe in der Region abgaben.

Ende April hatten sich drei iranische Schnellboote nach Angaben der US-Marine zwei US-Schiffen in internationalen Gewässern im nördlichen Persischen Golf bis auf 62 Meter genähert. Der erneute Vorfall kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Seit Anfang April finden in Wien wieder indirekte Verhandlungen zwischen Washington und Teheran statt, um das Atomabkommen von 2015 doch noch zu retten. Die anderen Unterzeichner des Abkommens – Russland, Deutschland, China, Frankreich, Großbritannien – fungieren als Vermittler.

Nach Donald Trumps Entscheidung im Jahr 2018, aus dem Abkommen auszusteigen und Sanktionen gegen Iran zu verhängen, begann Teheran, Einschränkungen in seiner Nuklearproduktion fallen zu lassen. Das Ziel in Wien ist es, einen Weg zu finden, um zu dem unter dem Kürzel JCPOA bekannten Abkommen zurückzukehren, das der neue US-Regierungschef Joe Biden wiederbeleben möchte. Dazu müssen sich die USA und Iran auf die Aufhebung der von Trump wieder in Kraft gesetzten Sanktionen und die Verpflichtung Teherans zur Einhaltung der Bedingungen des Abkommens einigen.

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