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Iranische Botschaft widerspricht Türkei: Keine Entsendung von Truppen aus Syrien in den Jemen

Die türkische Nachrichtenagentur "Anadolu" hatte behauptet, Iran entsende 120 Kräfte aus Syrien in den Jemen. Weitere könnten bald folgen. Die iranische Botschaft dementiert. Man habe immer ein "Ende des Krieges" und eine "politische Lösung" unterstützt.
Iranische Botschaft widerspricht Türkei: Keine Entsendung von Truppen aus Syrien in den JemenQuelle: www.globallookpress.com © Mohammed Al-Wafi

Seit sechs Jahren herrscht Krieg im Jemen. Im März 2015 begann Saudi-Arabien mit seiner Militäroffensive gegen das ärmste Land der Arabischen Halbinsel und formte eine Allianz gegen die Ansarullah-Bewegung mit Unterstützung aus dem Westen. Die Bevölkerung ist heute zu 80 Prozent auf Hilfslieferungen angewiesen. 

Der Islamischen Republik Iran wird vorgeworfen, sich militärisch am Jemen-Konflikt zu beteiligen. Führer der schiitischen Bewegung aus dem Norden des Jemen ist Abdul Malik al-Huthi. Die Huthi gehören zu den Zaiditen, die wiederum ein Drittel der jemenitischen Bevölkerung stellen. Bis zur Revolution im Jahr 1962 wurde der Jemen von zaiditischen Imamen beherrscht.

Im Jemen-Krieg wird gemeinhin auch von den Huthi-Rebellen gesprochen, die gegen die saudische Koalition kämpfen. Der ehemalige jemenitische Präsident Ali Abdullah Salih bezeichnete die Huthi als "Terroristen", obwohl auch er den Zaiditen angehört. Im Jahr 2004 entwickelte sich aus den Protesten der Huthi gegen Salih ein bewaffneter Konflikt. Die Huthi aber erhielten mehr Zulauf. 2014 gelang es ihnen, den Präsidentenpalast einzunehmen und das Parlament aufzulösen. Als Beweis für die enge Zusammenarbeit zwischen Iran und den Huthi dient auch die tägliche Flugverbindung zwischen den beiden Hauptstädten Teheran und Sanaa. Iran habe dem Jemen Lieferungen von Öl und Strom versprochen. Das Ziel der Huthi soll es laut Kritikern sein, ein Imamat errichten zu wollen. 

Bei einem Treffen des iranischen Außenministers Mohammed Dschawad Sarif mit dem Chefunterhändler der jemenitischen Ansarullah-Bewegung Mohammed Abdul-Salam im Oman forderte Sarif erneut ein Ende des Krieges.

Die Türkei aber will über Informationen verfügen, wonach sich Iran militärisch beteiligt. Insgesamt 120 Kräfte aus Deir ez-Zor habe Iran in den Jemen geschickt, um dort die Ansarullah-Bewegung zu unterstützen, ließ die türkische Nachrichtenagentur Anadolu verlauten. Die Türkei beruft sich dabei auf lokale Quellen. Auch wird darauf hingedeutet, dass weitere Kämpfer – abhängend vom Erfolg der ersten Truppe – folgen könnten. 

Die iranische Botschaft in Ankara schrieb am Sonntag auf ihrem Twitter-Auftritt zu den Vorwürfen: 

"Eine solche Behauptung deutet auf einen Mangel an Informationen über die Realität vor Ort hin."  

"Diese irreale Behauptung steht im Widerspruch zum Vorgehen der Islamischen Republik Iran in dem katastrophalen und unmenschlichen Krieg gegen das jemenitische Volk." 

Die Botschaft betonte, dass "die Islamische Republik Iran immer ein Ende des Krieges gefordert und die Bemühungen der UNO um eine politische Lösung unterstützt hat". 

Mehr zum Thema - Jemen: Huthi-Bewegung greift erneut Ölanlagen und Militärbasis in Saudi-Arabien an

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