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Die Pandemie macht's möglich – Rekordgewinne bei Alphabet und Microsoft

Google und Microsoft profitieren weiter von der erhöhten Online-Aktivität vieler Menschen in der Pandemie, vom Arbeiten und Studieren bis hin zu Unterhaltung. Am Dienstag präsentierten Microsoft und Googles Mutterkonzern Alphabet Rekordgewinne.
Die Pandemie macht's möglich – Rekordgewinne bei Alphabet und MicrosoftQuelle: Reuters © REUTERS/Thomas Peter

Für viele Menschen und kleinere Unternehmen weltweit herrscht seit gut einem Jahr Krise. Anders sieht es bei den Online-Giganten Microsoft und der Google-Muttergesellschaft Alphabet Inc. aus, bei denen sich für das zweite Quartal in Folge ein Rekordgewinn abzeichnete. So meldete Googles Muttergesellschaft Alphabet am Dienstag das zweite Quartal in Folge einen Rekordgewinn von 18 Milliarden Dollar sowie einen Aktienrückkauf im Wert von 50 Milliarden Dollar.

In der Corona-Pandemie läuft bei Google das Werbegeschäft auf Hochtouren. Der Umsatz der Konzernmutter Alphabet stieg im vergangenen Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 34 Prozent auf 55,3 Milliarden Dollar (45,7 Milliarden Euro) und übertraf damit die Schätzungen der Analysten. Der Schub spiegele die erhöhte Online-Aktivität der Verbraucher wider, sagte Finanzchefin Ruth Porat. Für das Wachstum hätten unter anderem Werbekunden aus dem Einzelhandel gesorgt – aber auch aus der Reisebranche, die sich auf eine Lockerung der Corona-Einschränkungen vorbereitet.

Beim Gewinn gab es einen Sprung auf 17,9 Milliarden Dollar von 6,8 Milliarden Dollar vor einem Jahr, wie Alphabet nach US-Börsenschluss am Dienstag mitteilte. Rund 4,75 Milliarden Dollar trugen dazu Bewertungsgewinne aus Investitionen in Start-ups bei. Der Tech-Konzern ist unter anderem an der Bezahl-Plattform Stripe beteiligt, die in der jüngsten Finanzierungsrunde mit 95 Milliarden Dollar bewertet wurde. Die weltweite Dominanz von Google zum Durchforsten des Internets ist mit einem Marktanteil von 89 Prozent weltweit ungebrochen. Entsprechend stammt der Großteil der Erlöse aus dem Suchmaschinengeschäft, welcher um 30 Prozent auf knapp 32 Milliarden Dollar gesteigert werden konnte.

Die Videoplattform YouTube steuerte gut sechs Milliarden Dollar bei – rund 50 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In der Pandemie verbrachten viele Menschen mehr Zeit bei YouTube und anderen Videoangeboten. Zuletzt hatte YouTube zwei Milliarden mindestens einmal pro Monat aktive Nutzer und täglich wurden mehr als eine Milliarde Stunden Videoinhalte gestreamt. Im Konkurrenzkampf mit der Video-App Tiktok kommen die kurzen Clips von YouTube inzwischen auf 6,5 Milliarden Abrufe pro Tag.

Im Cloud-Geschäft stieg der Umsatz um 46 Prozent auf gut vier Milliarden Dollar. Zugleich fuhr die Sparte einen operativen Verlust von 974 Millionen Dollar ein.

Bei den "anderen Wetten" von Alphabet – zukunftsorientierten Geschäftsideen wie selbstfahrende Autos oder Lieferdrohnen – stiegen die Umsätze um rund 47 Prozent auf 198 Millionen Dollar. Zugleich legten auch deren operativen Verluste von 1,12 auf 1,14 Milliarden Dollar zu.

Die Anleger honorierten die Zahlen mit einem Kursplus von zeitweise rund vier Prozent im nachbörslichen Handel. Alphabet kündigte zusätzlich einen Aktienrückkauf im Volumen von bis zu 50 Milliarden Dollar an. Rückkäufe stützen traditionell den Kurs.

Auch Microsoft erfreute sich an einem Umsatzplus von 19 Prozent auf 41,7 Milliarden Dollar. Der Gewinn stieg um 44 Prozent auf 15,46 Milliarden Dollar, wie Microsoft nach US-Börsenschluss am Dienstag mitteilte. Hauptwachstumsmotor ist das Geschäft mit der Cloudplattform Azure; dem weltweit zweitgrößten Anbieter von Cloud-Diensten nach Amazon. Wie bereits im letzten Quartal 2020 wuchs die Sparte auch zwischen Januar und März um 50 Prozent und trägt nun knapp 18 Milliarden Dollar zum Umsatz bei. "Mehr als ein Jahr nach Beginn der Pandemie flacht die Nachfrage nach digitalen Produkten nicht ab – sie wird sogar steiler", sagte der CEO von Microsoft, Satya Nadella.

Auch die Nutzung der Alternative von Video- und Chat-Software wie Zoom aus dem Hause Microsoft, Software Teams aus dem Softwarepaket Microsoft 365, trägt zum Wachstum bei, da die Software in immer mehr Bereichen Einzug hält und die Zahl der Nutzer zwischen November 2019 und März 2021 von 20 Millionen auf 145 Millionen wuchs. Außerdem stieg die PC-Nachfrage und die Popularität von Videospielen.

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