International

"Verschiedene Herausforderungen": Telefonat zwischen Xi Jinping und Angela Merkel

Vor zwei Wochen verhängte die EU erstmals seit mehr als drei Jahrzehnten Sanktionen gegen China. Die Regierung in Peking reagierte mit Gegensanktionen. Am Mittwoch erreichte nun die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel ein Anruf von Chinas Staatspräsident Xi Jinping.
"Verschiedene Herausforderungen": Telefonat zwischen Xi Jinping und Angela MerkelQuelle: www.globallookpress.com © Li Xueren/XinHua

In einem Telefonat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel drückte Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping seine Hoffnung auf einen Ausbau der Zusammenarbeit mit Deutschland und der EU aus. Vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen beiden Seiten sagte Xi nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua, die Beziehungen zwischen China und der EU sähen "neue Möglichkeiten und verschiedene Herausforderungen". Der Schlüssel sei aber, entschieden einen Kurs einzuschlagen, der sich an einer strategischen Perspektive und gegenseitigem Respekt orientiere und "Einmischung ausschließt".

Xi drängte Deutschland und die EU am Mittwoch, um weitere Versuche zu unternehmen, mit China eine stabile Entwicklung seiner Zusammenarbeit und der Gesundheit aufzubauen, um auch mehr Festigkeit und Stabilität in die leicht entflammbare Welt zu bringen. 

Er würde alles daransetzen, um die deutsch-chinesische und die Zusammenarbeit mit der EU zu verlängern. Xi betonte, dass China eine pragmatische Zusammenarbeit und weitere Fortschritte trotz der Störungen durch die COVID-19-Pandemie gemacht habe. China sei Deutschlands größter Handelspartner im fünften Jahr in Folge, was die Dauerhaftigkeit und Möglichkeiten der Zusammenarbeit zeige.

Xi sagte, er hoffe, dass beide Seiten ihre Zusammenarbeit auf verschiedenen Feldern in gegenseitigem Respekt zu beidseitigem Gewinn und für eine Win-win-Situation ausbauen, um Vertrauen aufzubauen, die Idee einer chinesisch-europäischen Zusammenarbeit zu beleben und die Weltwirtschaft wieder erstarken zu lassen.

China erarbeite derzeit einen neuen Entwicklungsplan und vertraue auf seine eigene Stärke, die darauf beruht, das Land zu öffnen und aktiv auf eine internationale Verteilung von Arbeit und Kooperation zu bauen. China möchte die Möglichkeiten teilen, die durch die neue Öffnungsrunde gegeben sind, und setze auf die Zusammenarbeit mit fremden Firmen, auch deutschen. 

Er ermutigte beide Seiten, das 50-jährige Jubiläum deutsch-chinesischer Diplomatie nächstes Jahr zum Anlass zu nehmen und die Pekinger Olympischen Winterspiele als eine Möglichkeit zu sehen, diesen Austausch auch auf den Feldern der Wissenschaft und Technik, Erziehung, Kultur und Sport zu vertiefen.

Xi sagte, Chinas Entwicklung sei immer auch eine Chance für die EU gewesen, und drängte die EU, korrekte Einschätzungen unabhängig zu machen, um eine wahrhaft strategische Autonomie zu erreichen.

China stehe bereit, um mit der EU zusammenzuarbeiten, den Erfolg einiger wichtiger politischer Vorhaben für die nächste Stufe der Zusammenarbeit durch Beratungen zu erreichen. Dabei soll die praktische Zusammenarbeit über Grenzen hinweg vertieft werden. Der Austausch zum Thema Klimawandel müsse gestärkt werden, so auch andere globale Fragen, die man gemeinsam multilateral in Angriff nehmen soll.

Impfstoffe seien da, um Krankheiten zu verhindern, sagte er und betonte, dass China die Politisierung von jedwedem Impfgeschehen sowie Impfnationalismus ablehne. Er stehe bereit, um mit Deutschland und der internationalen Gemeinschaft zusammenzuarbeiten, um eine gerechte Verteilung von Impfstoffen zu bewerkstelligen. Er möchte Entwicklungsländer unterstützen und ihnen helfen, Impfstoffe zu bekommen. Dies sei für ihn ein Beitrag für den Kampf der Menschheit gegen die Pandemie und für einen frühen Sieg.

Merkel betonte für die deutsche Seite die Wichtigkeit von Chinas 14. Fünfjahresplan, von dem sie erwarte, dass neue und wichtige Möglichkeiten für die deutsch-chinesische und die europäisch-chinesische Zusammenarbeit eingebracht werden.

Deutschland will mit China an einer neuen Runde von deutsch-chinesischen Regierungsberatungen arbeiten, indem man auch über personelle Wechsel zu einem frühen Zeitpunkt spreche und verstärkt Austausch und Zusammenarbeit auf Feldern wie dem Kampf gegen COVID-19, den Klimawandel und das Artensterben mitarbeite, so Merkel.

Die Kanzlerin ergänzte, dass ihr Land seinen Beitrag für ein erfolgreiches 15. Treffen der Konferenz zum Erhalt der Artenvielfalt dieses Jahr in Kunming, China, leisten werde.

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