International

Deutscher Experte sieht Chancen für gemeinsamen Wirtschaftsraum zwischen EU und Russland

Ein Freihandelsabkommen und ein visafreier Wirtschaftsraum zwischen Lissabon und Wladiwostok – das ist das erklärte Ziel der Initiative Lissabon-Wladiwostok. Deren Vorsitzender Ulf Schneider hält dies in Zeiten politischer Spannung für möglich und notwendig.
Deutscher Experte sieht Chancen für gemeinsamen Wirtschaftsraum zwischen EU und RusslandQuelle: www.globallookpress.com © Klaus Ohlenschläger / picture alliance

Der deutsche Wirtschaftsexperte und Vorsitzende der Wirtschaftsinitiative Lissabon-Wladiwostok Ulf Schneider sieht ungeachtet aktueller politischer Spannungen Chancen für einen Ausbau der Handelsbeziehungen zwischen der EU und Russland. Schneider betont gegenüber der dpa:

"Weil wir politisch in der Sackgasse sind, ist es wichtig, weiter an der Brücke auf wirtschaftlicher Ebene zu bauen."

Die 2015 gegründete Initiative Lissabon-Wladiwostok setzt sich für einen gemeinsamen Wirtschaftsraum zwischen der EU und der Eurasischen Wirtschaftsunion ein. Die Initiative hat mehr als 100 Mitglieder aus zwölf Staaten, darunter Vertreter aus Österreich, Italien und Deutschland wie etwa die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer in Moskau.

Schneider betont, es gebe "unterhalb des politischen Radars" in diesem Jahr mehrere gemeinsame Veranstaltungen, um etwa an der Standardisierung und Harmonisierung von rechtlichen Normen zu arbeiten. So könne etwa im Zollwesen Bürokratieabbau und eine Vereinheitlichung von Lieferdokumenten erreicht werden, um kleine und mittelständische Unternehmen künftig zu entlasten.

Langfristiges Ziel ist die Schaffung eines Freihandelsabkommens und visafreien Wirtschaftsraums für 650 Millionen Menschen zwischen der portugiesischen Hauptstadt Lissabon und Wladiwostok im äußersten Osten Russlands an der Pazifikküste.

Als Beispiel für die Zusammenarbeit nannte der Chef der Schneider Group, der seit rund 20 Jahren in Russland tätig ist, auch die gegenseitige Anerkennung klinischer Studien auf dem Pharmamarkt. Schneider merkt an:

"Schwieriger wird es sicherlich bei den Zulassungsverfahren für Arzneimittel und Pharmaprodukte selbst. Aber Experten halten das für machbar."

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(rt/dpa)

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