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Vaxzevria: AstraZeneca benennt seinen umstrittenen COVID-Impfstoff um

AstraZeneca hat seinen COVID-19-Impfstoff umbenannt. Dies fällt mit dem Kampf des Unternehmens zusammen, die Öffentlichkeit nach zahlreichen Berichten über mögliche Nebenwirkungen, darunter Thrombose, von der Sicherheit seines Medikaments zu überzeugen.
Vaxzevria: AstraZeneca benennt seinen umstrittenen COVID-Impfstoff umQuelle: www.globallookpress.com © Marta FernðNdez Jara/Keystone Press Agency

Der britisch-schwedische Pharmakonzern hat seinen Impfstoff, der zuvor unter dem Namen AstraZeneca COVID-19 bekannt war, in Vaxzevria umbenannt. In einer Pressemitteilung erklärte das Unternehmen, dass die Namensänderung keine Änderungen am tatsächlichen Medikament impliziert. Medizinische Mitarbeiter müssten jedoch auf die Umbenennung des Impfstoffs aufmerksam gemacht werden, da die Kennzeichnung und Verpackung jetzt anders aussehen können.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat den neuen Namen des Impfstoffs letzte Woche anerkannt, nachdem das AstraZeneca-Unternehmen die Genehmigung für die Umbenennung durch die EU-Regulierungsbehörde beantragt hatte. Covishield, ein anderer Impfstoff, der von AstraZeneca in Zusammenarbeit mit dem Serum Institute of India entwickelt wurde und auf der gleichen Formel basiert, behält seinen derzeitigen Namen bei.

Die Umbenennung des Impfstoffs fällt mit dem Kampf von AstraZeneca gegen die wachsende Unsicherheit über sein Medikament zusammen. Mehr als ein Dutzend Länder in ganz Europa haben die Impfungen mit AstraZeneca COVID-19 nach zahlreichen Berichten über die Verursachung der Thrombose durch den Impfstoff vorübergehend eingestellt. Die EU-Gesundheitsbehörden sowie das Pharmaunternehmen behaupten, dass der Impfstoff sicher sei und die Thrombose-Fälle nicht verursacht habe, von denen einige zum Tod der Patienten führten.

Die US-Aufsichtsbehörden äußerten Bedenken, dass die zur Beurteilung der Wirksamkeit des Impfstoffs verwendeten Versuchsdaten möglicherweise veraltet und irreführend seien. AstraZeneca erklärte, es arbeite daran, die Ergebnisse der Studie zu aktualisieren und zu überprüfen. Der Impfstoff wurde in den USA noch nicht für den Notfall zugelassen.

In Deutschland setzte das Land Berlin die Impfungen mit AstraZeneca für unter 60-Jährige ganz aus. In Nordrhein-Westfalen sprachen sich die Leiter von fünf der sechs Uni-Kliniken für einen vorläufigen Stopp von Impfungen jüngerer Frauen mit dem Wirkstoff von AstraZeneca aus.

Trotz der Zusicherungen der medizinischen Einrichtungen und Regierungen scheinen die Europäer zunehmend misstrauisch gegenüber dem Impfstoff von AstraZeneca zu sein. Eine am vergangenen Montag von YouGov veröffentlichte Umfrage ergibt, dass nur 32 Prozent der Deutschen und 23 Prozent der Franzosen den Impfstoff als sicher betrachten.

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