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WHO stellt vier Szenarien einer Übertragung des Coronavirus auf Menschen vor

Eine gemeinsame Studie der Weltgesundheitsorganisation und Experten aus China zum Ursprung von COVID-19 besagt, dass die Übertragung von Fledermäusen auf Menschen über ein weiteres Tier das wahrscheinlichste Szenario ist. Ein Leck in einem Labor sei unwahrscheinlich.
WHO stellt vier Szenarien einer Übertragung des Coronavirus auf Menschen vorQuelle: www.globallookpress.com © R. Koenig/blickwinkel

Das neue Coronavirus wurde höchstwahrscheinlich von Fledermäusen über einen Zwischenwirt auf den Menschen übertragen. Gleichzeitig ist ein Leck aus einem Labor äußerst unwahrscheinlich. Zu diesem Ergebnis kommen die Autoren in einem Entwurf des Abschlussberichts der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Chinas, mit dem sich die Nachrichtenagentur Associated Press am Montag vertraut machte.

Associated Press erhielt am Montag von einem in Genf ansässigen Diplomaten eines WHO-Mitgliedslandes eine vermutlich endgültige Version des Berichts. Ob dieser vor der Veröffentlichung noch geändert wird, ist unbekannt.

Die Autoren listen der Wahrscheinlichkeit nach vier Szenarien für das Auftreten von SARS-CoV-2 auf. Ganz oben auf der Liste steht die Übertragung über ein zweites Tier. Dieses Szenario wird als "sehr wahrscheinlich" bezeichnet. Die direkte Übertragung des Virus von Fledermäusen auf Menschen gilt als "wahrscheinlich", während eine Ausbreitung durch Nahrungsmittel "möglich aber nicht wahrscheinlich" ist. Ein Leck aus einem Labor gilt als "äußerst unwahrscheinlich".

Der nächste Verwandte des Coronavirus wurde bei Fledermäusen nachgewiesen, von denen bekannt ist, dass sie diese Viren in sich tragen. In dem Bericht heißt es jedoch, dass "der evolutionäre Abstand zwischen diesen Fledermausviren und SARS-CoV-2 auf mehrere Jahrzehnte geschätzt wird, was auf ein fehlendes Glied hindeutet".

Laut dem Bericht wurden in Schuppentieren sehr ähnliche Viren gefunden, zudem sind Nerze und Katzen anfällig für das Coronavirus, was darauf hinweist, dass sie auch Träger sein könnten.

Dem Bericht liegt der Besuch eines internationalen Expertenteams der WHO in der chinesischen Stadt Wuhan zugrunde, in der COVID-19 erstmals entdeckt wurde. Bei der abschließenden Pressekonferenz am 9. Februar erklärten die Vertreter der internationalen Forschergruppe, sie hätten keinen größeren Durchbruch erzielen können. Sie konnten jedoch im Rahmen der gemeinsamen Arbeit mit Kollegen aus China die wichtigsten Hypothesen zur Übertragung des Coronavirus ausarbeiten. Die wahrscheinlichste Version ist den Forschern zufolge, dass das Virus von Wildtieren über einen Zwischenwirt auf Menschen übertragen wurde.

Die Veröffentlichung des Berichts war ursprünglich für Februar geplant, wurde jedoch mehrmals verschoben.

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