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Kreml: London schadet globaler Sicherheit durch Erweiterung seines Atomwaffenarsenals

Großbritanniens Entscheidung, die jahrzehntelange nukleare Abrüstung rückgängig zu machen und sein Arsenal von Atomsprengköpfen zu vergrößern, schadet der globalen Stabilität. Darauf verwies der Kreml als Reaktion auf Londons neuen nationalen Sicherheitsplan.
Kreml: London schadet globaler Sicherheit durch Erweiterung seines AtomwaffenarsenalsQuelle: Reuters © Sputnik/Alexei Nikolsky

Am Dienstag hat der britische Premierminister Boris Johnson angekündigt, dass Großbritannien seine Politik des schrittweisen Atomausstiegs beenden und stattdessen seinen Bestand an nuklearen Sprengköpfen auf 260 erhöhen werde. Derzeit verfügt das Vereinigte Königreich über 195 atomare Sprengköpfe. Diese Zahl sollte urspünglich bis Mitte der 2020er Jahre schrittweise auf 180 reduziert werden. Als Reaktion darauf erklärte Dmitri Peskow, Pressesprecher des russischen Präsidenten, der Presse:

"Wir bedauern sehr, dass Großbritannien sich entschieden hat, die Zahl der Atomsprengköpfe zu erhöhen. Es ist sicherlich eine Entscheidung, die der internationalen Stabilität und der strategischen Sicherheit schadet."

"Wieder einmal wurde irgendeine flüchtige Bedrohung durch Russland als Rechtfertigung angeführt."

In Londons letztem Verteidigungsbericht wird Russland als Großbritanniens "akuteste Bedrohung" bezeichnet, obwohl die beiden Länder keine gemeinsame Grenze haben und die Wahrscheinlichkeit einer Invasion des einen durch den anderen fast gleich null ist.

"Russland ist keine Bedrohung. Die Aufstockung von Sprengköpfen ist jedoch etwas, das den Frieden auf der ganzen Welt gefährdet."

Moskau unterstützt seit vielen Jahren eine Politik der Beschränkung von Atomwaffen. Im Januar dieses Jahres einigten sich Russland und die USA auf eine Verlängerung des bilateralen New START-Vertrags, der andernfalls am 5. Februar ausgelaufen wäre. Das Abkommen war vom früheren US-Präsidenten Donald Trump abgelehnt worden, wird aber vom neugewählten US-Präsidenten Joe Biden voll unterstützt. New START, der die Zahl der stationierten Atomsprengköpfe begrenzt, soll nun bis ins Jahr 2026 gültig sein.

Laut dem stellvertretenden russischen Außenminister Sergei Rjabkow solle die fünfjährige Vertragsverlängerung für "eingehende intensive Verhandlungen" über die Zukunft der internationalen Rüstungskontrolle genutzt werden.

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