International

Trotz Impfeinstellung vieler Länder: WHO stellt sich weiter hinter AstraZeneca

Die Meldungen über einige Fälle von Blutgerinnsel nach Impfung mit AstraZeneca verunsicherten viele EU-Staaten, die die Verabreichung des Impfstoffs vorläufig aussetzten. Doch andere Staaten sehen die Sache gelassener. Es gebe keine Anzeichen für einen Zusammenhang.

Der Corona-Impfstoff von AstraZeneca steht schon wieder unter Beschuss. Am Montag haben mehreren europäische Länder seine Verabreichung wegen Berichten über gefährliche Blutgerinnsel eingestellt.

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Während sich Gesundheitsminister Jens Spahn noch letzte Woche hinter den Impfstoff gestellt hatte, hat er diese Woche veranlasst, auf AstraZeneca doch erst mal zu verzichten. Spahn mahnte auf einer Pressekonferenz am Montag:

"Uns allen ist die Tragweite der Entscheidung sehr bewusst. Und wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht."

Die Entscheidung wurde auf Anraten des Paul-Ehrlich-Instituts getroffen, des Bundesinstituts für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel. Dieses fordert eine weitere Untersuchung von sieben gemeldeten Fällen von Zerebralparese bei Menschen, die mit AstraZeneca geimpft wurden.

Doch während sich in Europa Skepsis verbreitet, halten andere Länder an der Wirksamkeit von AstraZeneca fest. Sie denken nicht, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen der Impfung und Trombosen der Hirnvenen gibt. Paul Kelly, Australiens Chefarzt, unterstrich:

"Blutgerinnsel kommen vor. Sie kommen in Australien sogar ziemlich häufig vor. Es gibt in Australien jedes Jahr 17.000 Fälle von Blutgerinnseln. Deshalb können Blutgerinnsel auch zu dem Zeitpunkt erwartet werden, zu dem Impfungen verabreicht werden."

Auch die WHO stellt sich weiterhin hinter AstraZeneca und verlässt sich auf Aussagen des Pharmaunternehmens. Dieses versichert, dass es von den insgesamt 17 Millionen Dosen des Impfstoffs, die bereits in Europa und Großbritannien verabreicht worden waren, lediglich 37 Berichte über Blutgerinnsel gab. Die Vorteile des Impfstoffs überträfen die Risiken deshalb bei Weitem.

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