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Klare Warnung nach Washington: Moskau droht mit Vergeltung, falls USA Raketen in Japan stationieren

Seit der Amtszeit von Präsident George W. Bush steigt die Supermacht USA aus einem Rüstungskontrollvertrag nach dem anderen aus. Parallel dazu baut sie ihre Drohkulisse gegen Staaten wie Russland und China auf. Moskau droht nun mit Konsequenzen.
Klare Warnung nach Washington: Moskau droht mit Vergeltung, falls USA Raketen in Japan stationierenQuelle: www.globallookpress.com © Cover Images/Keystone Press Agency

Das russische Außenministerium hat erklärt, dass die angebliche, bisher nicht offiziell bestätigte Stationierung von US-amerikanischen Mittelstreckenraketen in der asiatisch-pazifischen Region einen neuen Rüstungswettlauf und eine Konfrontation mit unvorhersehbaren Folgen auslösen kann.

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Maria Sacharowa, die Sprecherin des russischen Außenministeriums,  reagierte am Freitag auf einer Pressekonferenz auf Berichte japanischer Medien, denen zufolge in Washington und Tokio Pläne zur Stationierung US-amerikanischer Raketensysteme in Japan diskutiert würden. Solche Raketensysteme waren vor August 2019, als der damalige US-Präsident Donald Trump den Rückzug der Vereinigten Staaten aus dem INF-Vertrag verkündete, noch verboten. Sacharowa erklärte:

"Ich möchte noch einmal betonen, dass die Stationierung amerikanischer Mittelstrecken- und Kurzstrecken-Bodenraketen in verschiedenen Regionen der Welt, einschließlich des asiatisch-pazifischen Raums, in jeder Konfiguration eine extrem destabilisierende Wirkung in Bezug auf die internationale und regionale Sicherheit haben würde."

Die russische Sprecherin fügte hinzu, dass dies wahrscheinlich ein brandgefährliches neues Wettrüsten auslösen würde. Eine russische Reaktion würde "zweifellos" folgen.

Moskau sei Sacharowa zufolge offen für eine "gleichberechtigte und konstruktive Arbeit" zur Stärkung der internationalen Sicherheit nach dem Ende des INF-Vertrags.

Im vergangenen Jahr hatte der russische Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen des Waldai-Klubs, einer angesehenen russischen Denkfabrik, versichert, dass Moskau Vergeltungsmaßnahmen gegen eine Stationierung von US-Raketen in der asiatisch-pazifischen Region ergreifen werde. Er erklärte damals:

"Wir haben leider neue Bedrohungen. Zum Beispiel sind die Absichten und Äußerungen unserer amerikanischen Partner über die Möglichkeit der Stationierung von Mittelstrecken- und Kurzstreckenraketen in der asiatisch-pazifischen Region alarmierend. Ohne jeden Zweifel werden wir etwas als Antwort darauf unternehmen müssen. Das ist eine absolut offenkundige Tatsache."

Dieser Kommentar folgte auf eine Äußerung des damaligen US-Verteidigungsministers Mark Esper, dass man in Washington, D.C. plane, die Zahl der US-Raketen in Europa und Asien zu erhöhen.

Der INF-Vertrag wurde 1987 von den damaligen Präsidenten der Sowjetunion und USA Michail Gorbatschow und Ronald Reagan unterzeichnet und verbot seitdem den beiden Supermächten die Herstellung und Stationierung bestimmter Raketentypen mittlerer Reichweite. Im Februar 2019 leitete Washington das Verfahren zum Ausstieg aus diesem Abkommen ein, mit dem scheinheiligen Argument, dass Moskau insgeheim gegen den Vertrag verstoße, was Russland jedoch stets vehement bestritten hatte. Mehrmals lud Russland die US-Seite dazu ein, technische Inspektionen an den umstrittenen russischen Waffensystemen durchzuführen, worauf man sich in Washington jedoch zu keinem Zeitpunkt einließ. Die USA verließen den INF-Vertrag endgültig am 2. August 2019.

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