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"Russisches Roulette"? – Sputnik V fordert öffentliche Entschuldigung von EMA-Verwaltungsratsvorsitz

Die Vorsitzende des EMA-Verwaltungsrates warnte im ORF "absolut dringend" vor einer Notfallzulassung für Sputnik V. Diese sei "vergleichbar mit einem russischen Roulette". Die Entwickler von Sputnik V sehen eine politische Beeinflussung des EMA-Prüfverfahrens.
"Russisches Roulette"? – Sputnik V fordert öffentliche Entschuldigung von EMA-VerwaltungsratsvorsitzQuelle: AFP © AFP PHOTO / PRESS OFFICE OF THE REPUBLIC OF SAN MARINO / HANDOUT

Seit letzter Woche prüft die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) eine Zulassung für den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V in einem sogenannten "Rolling-Review-Verfahren". Bevor die ersten Ergebnisse vorliegen, trat am Sonntag die österreichische Chemikerin Christa Wirthumer-Hoche, Leiterin der Medizinmarktaufsicht an der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) und Vorsitzende des EMA-Verwaltungsrates, in einer Talkshow des österreichischen Senders ORF auf und äußerte sich skeptisch bezüglich Sputnik V. Sie warnte die EU-Staaten davor, eine Notfallzulassung für den russischen Impfstoff zu erteilen, solange dieser noch nicht von der EMA geprüft sei. Wirthumer-Hoche äußerte wörtlich:

"Es ist teilweise vergleichbar dann mit einem russischen Roulette."

Hintergrund ihrer Aussagen war eine Diskussion darüber, ob Österreich – wie es bereits in Ungarn und der Slowakei geschehen und in Tschechien erwogen wird – Sputnik V eine Notfallzulassung erteilen solle, bevor die EMA ihr Votum dazu abgegeben habe. Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hatte am 26. Februar ein Telefongespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über Lieferungen des Impfstoffes Sputnik V und über eine mögliche gemeinsame Produktion gesprochen. Diesbezüglich betonte die Vorsitzende des EMA-Verwaltungsrates:

"Wir brauchen Unterlagen, die wir prüfen können. Wir haben auch über die Geimpften derzeit keine Pharmakovigilanz-Daten. Es ist unbekannt. Und deswegen würde ich dringend davon abraten, eine nationale Notfallzulassung auszusprechen – absolut dringend."

Wirthumer-Hoche argumentierte, dass "der Bürger ein Recht darauf" habe, "wirklich sichere und wirksame Arzneimittel" zu bekommen. Sputnik V könne auch auf den österreichischen Markt kommen, jedoch erst, "wenn wir die entsprechenden Daten geprüft haben".

Über Twitter melden sich nun die Sputnik V-Entwickler zu Wort und forderten eine öffentliche Entschuldigung von Wirthumer-Hoche.

"Ihre Kommentare haben einige ernsthafte Fragen über eine mögliche politische Einflussnahme auf das laufende Prüfverfahren der EMA aufgeworfen. Sputnik V wurde bereits von 46 Nationen zugelassen."

Darüber hinaus argumentieren die Entwickler von Sputnik V:

"Die EMA hat solche Statements bislang zu keinem anderen Impfstoff erlaubt. Derartige Kommentare sind unangemessen und untergraben die Glaubwürdigkeit der EMA und ihres Prüfverfahrens. Impfstoffe und EMA sollten über und jenseits der Politik stehen."

"Die Europäer verdienen eine unvoreingenommene Überprüfung, wie sie etwa von 46 anderen Ländern unternommen wurde. Nachdem sie selbst die Prüfung monatelang vor sich hergeschoben hat, hat die EMA nicht das Recht, die Glaubwürdigkeit der 46 anderen Zulassungsbehörden zu beschädigen, die alle notwendigen Daten überprüft haben."

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