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Bill Gates setzt im Kampf gegen den Klimawandel auf Kernenergie

Mittels Innovationen die "Klimakatastrophe" zu verhindern, gibt der Software-Guru und Gesundheits-Mäzen Bill Gates als ein neues, ambitioniertes Ziel aus und betont dabei einmal mehr seine Technik-Gläubigkeit.
Bill Gates setzt im Kampf gegen den Klimawandel auf KernenergieQuelle: Reuters © Jason Lee/Reuters

Nachdem der Microsoft-Gründer Bill Gates sich für die Bekämpfung der Corona-Pandemie eingesetzt hat, konzentriert er sich nun auf den Klimawandel. Gates glaubt, dass es möglich sei, einen "katastrophalen Temperaturanstieg" zu verhindern. Er unterstrich dennoch, dass man in den nächsten 30 Jahren wissenschaftliche Durchbrüche, technologische Innovationen und globale Zusammenarbeit in einem Ausmaß brauchen werde, wie sie die Welt bisher noch nie gesehen habe. Auf die Frage eines Korrespondent des Nachrichtenmagazins 60 Minutes, ob der Klimawandel die härteste Herausforderung sei, vor der die Menschheit je stand, erklärte Bill Gates:

"Absolut. Die Menge an Veränderungen, neuen Ideen. Es ist viel größer als die Pandemie. Und es bedarf einer Zusammenarbeit, die beispiellos wäre."

Der Korrespondent Anderson Cooper für das CBS-Nachrichtenmagazin 60 Minutes fragte Bill Gates auch, ob er schon immer ein großer Befürworter der Atomkraft gewesen wäre. Das von Gates gegründete Unternehmen TerraPower soll mit kleinen Atomkraftwerken den Klimawandel bekämpfen. "Ist das dein Prototyp?" fragte Cooper, und  Gates antwortete: "Genau!" Der Microsoft-Gründer erklärte, dass der TerraPower-Reaktor kostengünstiger zu bauen sei, weniger Abfall produziere und voll automatisiert sei, wodurch auch das Potenzial für menschlichen Fehler verringert werde.

Mit TerraPower, das auch von Gates Klimafonds mitfinanziert wird, setzt der Multimilliardär auf Atomenergie. Die praktisch bislang noch unerprobte Idee dahinter: In einem neuartigen Laufwellen-Reaktor (TWR) oder auch Flüssigsalz-Reaktor (MSR) kann zugleich alter sogenannter "Atommüll" mitverarbeitet werden. Dadurch – so die Hoffnung – solle langfristig nicht nur Energie nutzbar gemacht werden, sondern es könnte auch das ungelöste Problem der Lagerung und des Verbleibs vom Atommüll aller Kernreaktoren herkömmlicher Bauart ein für alle Mal geklärt sein. Bereits im Jahr 2015 hatte TerraPower eine Vereinbarung mit der China National Nuclear Corporation über den Bau eines Prototyps einer 600-Megawatt-Reaktoreinheit in der chinesischen Provinz Fujian bis zum Jahr 2025 geschlossen.

In einem Gespräch mit dem deutschen Handelsblatt kündigte Gates auch an, in den kommenden fünf Jahren zwei Milliarden US-Dollar (1,65 Mrd. Euro) in Start-ups und andere, weitere Projekte gegen den Klimawandel zu investieren. Zudem fordert der Unternehmer eine Verfünffachung der staatlichen Forschungsinvestitionen in saubere Energien innerhalb des nächsten Jahrzehnts – das entspräche jährlich mindestens 110 Milliarden Dollar.

Gates äußerte sich anlässlich seines neuen Buchs "Wie wir die Klimakatastrophe verhindern". Darin fordert Gates das Absenken der CO2-Emissionen bis 2050 auf null, um damit immense Umwelt- und Wirtschaftsschäden zu vermeiden. Nötig seien dafür unter anderem auf jeden Fall CO2-Steuern, Zertifikate-Handel und die Förderung alternativer Energien,  sagte er dem Handelsblatt.

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