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Myanmar: Proteste gegen Militär – Neuseeland friert Beziehungen ein

Der Widerstand gegen die Herrschaft des Militärs in Myanmar geht unvermindert weiter – doch jetzt reagiert die Polizei. Es wird geschossen, es gibt Verletzte. Wird das die Demonstranten aufhalten?
Myanmar: Proteste gegen Militär – Neuseeland friert Beziehungen einQuelle: www.globallookpress.com © Aung Kyaw Htet/Keystone Press Agency

Bei den Protesten gegen die Machtergreifung durch das Militär in Myanmar reagiert die Polizei zunehmend mit Gewalt. Am Dienstag setzten Sicherheitskräfte erstmals Gummigeschosse und Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein, wie auf Videos in den sozialen Netzwerken zu sehen war. Es gab zahlreiche Verletzte, Fotos auf Twitter zeigten blutende Demonstranten. Die Sicherheitskräfte sollen auch scharf geschossen haben: Eine Studentin wurde Berichten zufolge in der Hauptstadt Naypyidaw von einer Kugel am Kopf getroffen. Laut dem Nachrichtenportal Frontier Myanmar befindet sie sich in einem kritischen Zustand.

Dutzende Teilnehmer seien festgenommen worden. Es war bereits der vierte Tag der Proteste in Folge. Seit dem Wochenende sind Hunderttausende Bürger auf die Straße gegangen. Sie fordern die Wiedereinsetzung der zivilen Regierung unter Aung San Suu Kyi, die das Militär in der Nacht zum 1. Februar entmachtet hatte. Beobachter warnten jedoch vor einer Eskalation. In der Vergangenheit hat das Militär in Myanmar jeden Protest blutig niedergeschlagen.

Die Vereinten Nationen zeigten sich tief besorgt über "Berichte aus Naypyidaw, Mandalay und anderen Städten, wonach zahlreiche Demonstranten verletzt worden sind, manche von ihnen schwer", hieß es in einer Mitteilung. "Ich rufe die Sicherheitskräfte auf, die Menschenrechte und die Grundfreiheiten zu respektieren, darunter das Recht auf friedliche Versammlungen und Meinungsfreiheit", sagte Ola Almgren, Leiter der UN-Mission in Myanmar.

Seit Montagabend gelten in stark von Protesten betroffenen Gegenden der Großstädte Yangon und Mandalay sowie weiteren Städten und Bezirken Ausgangssperren zwischen 20.00 und 4.00 Uhr. Außerdem sind Ansammlungen von mehr als fünf Personen, öffentliche Reden sowie Proteste verboten, wie die Zeitung Myanmar Times unter Verweis auf Ankündigungen der Verwaltung berichtete.

Das Militär hatte in der Nacht zum 1. Februar die faktische Regierungschefin Suu Kyi sowie zahlreiche weitere Spitzenpolitiker in Gewahrsam genommen. Seither wurde die frühere Freiheitsikone nicht mehr gesehen, sie soll sich aber im Hausarrest befinden.

Präsident Win Myint, der ebenfalls in seiner Residenz festgesetzt worden war, sei am Dienstag offenbar an einen anderen Ort gebracht worden, wie der Aktivist Nimrod Andrew berichtete. Auf einem Video war Win Myint in einem Auto in Handschellen zu sehen.

Neuseeland hat derweil bereits alle politischen und militärischen Kontakte zu dem südostasiatischen Land abgebrochen. Zudem werde eine Reisesperre für die Mitglieder der Militärjunta verhängt, teilte Ministerpräsidentin Jacinda Ardern mit. "Unsere starke Botschaft ist, dass wir von hier in Neuseeland aus alles tun werden, was wir können", betonte die Regierungschefin.

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(dpa/rt)