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Empfehlung der WHO: Schwangeren keinen Corona-Impfstoff von Moderna verabreichen

Die WHO hat neue Empfehlungen für den vom US-Pharmaunternehmen Moderna entwickelten Corona-Impfstoff herausgegeben. Sie beziehen sich etwa auf den Abstand zwischen den zwei erforderlichen Dosen, aber auch an wen der Impfstoff nicht verabreicht werden sollte.
Empfehlung der WHO: Schwangeren keinen Corona-Impfstoff von Moderna verabreichenQuelle: Reuters © Mike Blake

Die zwei erforderlichen Dosen des Corona-Impfstoffs von Moderna sollen laut veröffentlichten Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Abstand von 28 Tagen verabreicht werden. Unter besonderen Umständen bzw. in Ausnahmefällen kann der Abstand zwischen dem ersten und dem zweiten Vakzin auf bis zu 42 Tage ausgeweitet werden.

Wie der Wirkstoff von BioNTech/Pfizer ist auch der von Moderna in der EU und in mehreren anderen Ländern zugelassen. Für BioNTech/Pfizer hatte die WHO eine zweite Impfung nach 21 bis 28 Tagen empfohlen.

Der WHO-Expertenrat zu Impfungen (SAGE) sprach sich am Dienstag zudem dagegen aus, Reisende bevorzugt zu impfen. Es gebe noch keine Nachweise, dass die Impfung das Risiko mindere, andere anzustecken.

Unter den SAGE-Empfehlungen war auch der Hinweis, dass schwangere Frauen die Moderna-Impfung nicht erhalten sollten. Das Vakzin soll nur verabreicht werden, wenn das Risiko einer Ansteckung hoch sei – etwa weil sie im Gesundheitssektor arbeiteten oder Risiko-Bedingungen ausgesetzt seien. So heißt es etwa seitens SAGE: 

"Obwohl eine Schwangerschaft die Frauen einem höheren Risiko einer schweren COVID-19-Erkrankung aussetzt, wird die Verwendung dieses Impfstoffs bei schwangeren Frauen derzeit nicht empfohlen, es sei denn, sie haben ein hohes Expositionsrisiko (z. B. medizinisches Personal)."

Nicht eingesetzt werden solle das Moderna-Vakzin auch bei stillenden Müttern. Kate O'Brian, Direktorin der Impfabteilung der WHO, erklärte, dass noch klinische Studien mit dem Moderna-Impfstoff an schwangeren Frauen erforderlich seien. 

In einem ausführlicheren Papier von SAGE heißt es, dass die verfügbaren Daten zur mRNA-1273-Impfung von schwangeren Frauen nicht ausreichend seien, um die Wirksamkeit des Impfstoffs oder die mit dem Impfstoff verbundenen Risiken in der Schwangerschaft zu beurteilen. Es sei jedoch zu beachten, dass der mRNA-1273-Impfstoff von Moderna kein Lebendimpfstoff sei, die mRNA nicht in den Zellkern gelange und schnell abgebaut werde.

Entsprechende Studien an schwangeren Frauen seien demnach in den kommenden Monaten geplant. Sobald Daten verfügbar seien, würden die Empfehlungen zur Impfung entsprechend aktualisiert werden. In der Zwischenzeit empfiehlt die WHO, den mRNA-1273 während der Schwangerschaft nicht zu verwenden, es sei denn, "der Nutzen der Impfung einer schwangeren Frau überwiege die potenziellen Risiken des Vakzins".

In den Empfehlungen heißt es weiter, dass das Vakzin zudem nicht an Personen verabreicht werden soll, die jünger als 18 sind, solange die Ergebnisse weiterer Studien ausstehen.

Der SAGE-Bericht betonte auch die Notwendigkeit, dass der Impfstoff in Einrichtungen verabreicht werden müsse, in denen eine Behandlungen im Falle allergischer Reaktionen ohne weiteres möglich sei.

Die WHO selbst hat bislang nur dem Impfstoff von BionNTech/Pfizer eine Notfallzulassung erteilt. Das ist die Voraussetzung für den Ankauf und Einsatz von Impfstoffen durch UN-Organisationen. Die WHO sei in regem Austausch mit Moderna, und der Zulassungsprozess für deren Produkt sei im Gange, sagte Kate O'Brian weiter. Auch der Impfstoff von Astrazeneca wird bei der WHO bereits geprüft.

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