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Iranischer Außenminister: Kooperation mit den USA im Persischen Golf möglich, aber nicht mit Israel

Eine Zusammenarbeit mit Washington unter dem neuen Präsidenten könnte sich der iranische Außenminister in Bezug auf die Sicherheit im Persischen Golf vorstellen. Ausländische Präsenz aber verursache Unsicherheiten. Teheran hofft auf ein Ende des Wirtschaftskriegs.
Iranischer Außenminister: Kooperation mit den USA im Persischen Golf möglich, aber nicht mit IsraelQuelle: www.globallookpress.com © MFA Russia

Iran leidet unter schwersten Sanktionen, nachdem die USA das 2015 geschlossene Nuklearabkommen im Jahr 2018 einseitig aufkündigten. Für die Führung in Teheran ein "Wirtschaftskrieg" gegen das Land. Jetzt mit Amtsantritt Joe Bidens als neuer US-Präsident hoffen sie auf eine Aufhebung der Sanktionen.

In einem Interview mit den Zeitung Etmad sagte der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif:

"Nach meiner persönlichen Meinung sollten wir unsere Beziehungen zu den Vereinigten Staaten definieren, den USA sagen: 'Wir werden in der Frage Israel nicht mit euch zusammenarbeiten und wir werden mit euch nicht übereinstimmen.'"

Was Teheran jedoch von den USA fordert, sind keine Worte, sondern Taten. Einmischung in innere Angelegenheiten verbittet sich Iran. Aber in Fragen des Öls sei man bereit, eine Zusammenarbeit anzustreben:

"Wir haben kein Problem damit, die Sicherheit des Persischen Golfs zu gewährleisten, obwohl wir glauben, dass ausländische Präsenz im Persischen Golf Unsicherheit verursacht und sie nicht dort sein sollten."

In den ersten Tagen seiner Präsidentschaft will Joe Biden das Thema Iran mit ausländischen Partnern und Alliierten besprechen, hieß es aus dem Weißen Haus. Sollte Iran den Auflagen des Nuklearabkommens Folge leisten, werde Washington Sanktionen aufheben, versprach Biden.

Den sogenannten "Muslim Ban", Einreiseerschwernisse für etwa iranische Staatsbürger, den Donald Trump zu seiner Amtszeit initiierte hatte, hob Biden wieder auf.

In seinen letzten Tagen als Präsident hatte Trump weitere Sanktionen gegen Iran verhängt. Diese zielten auf Firmen in Iran, China und den Vereinigten Arabischen Emiraten ab, die von oder nach Iran Stahl verschifften. Der iranische Präsident Hassan Rohani sieht die US-Amerikaner am Zug, für eine Normalisierung der Beziehungen zu sorgen:

"Der Ball liegt jetzt im Feld der USA. Wenn Washington zum iranischen Atomabkommen von 2015 zurückkehrt, werden wir auch unsere Verpflichtungen im Rahmen des Pakts vollständig einhalten."

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