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Türkei unterstützt die Rückkehr der Krim zur Ukraine

Die Türkei sieht mit der Eingliederung der Krim-Halbinsel in die Russische Föderation 2014 die territoriale Integrität der Ukraine verletzt. Zudem fühlt sich Ankara verantwortlich für die türkischsprachigen und muslimischen Krimtataren.
Türkei unterstützt die Rückkehr der Krim zur UkraineQuelle: www.globallookpress.com © Hennadi Minchenko

Die Türkei sei bereit, die Rückkehr der Halbinsel Krim zur Ukraine zu unterstützen, so meldet die oppositionsnahe Moscow Times die Position des türkischen Außenministers Mevlüt Çavuşoğlu.

Diese Erklärung erfolgt mitten in einer schwierigen Beziehungslage zwischen Moskau und Ankara. Die Verschlechterung der traditionell guten Beziehungen zwischen den beiden Staaten hat mit konkreten aktuellen Konflikten zu tun, in denen beide unterschiedliche bis gegensätzliche Positionen einnehmen. So wie im Bergkarabachkonflikt oder in Syrien und Libyen.

Im Oktober dieses Jahres hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan seine Haltung bekräftigt, dass er die Integration der Krim 2014 in die Russische Föderation nicht anerkenne und die territoriale Integrität der Ukraine mit diesem Schritt verletzt worden sei.

"Wir werden unserer Beziehungen weiter stärken, insbesondere in der militärischen Zusammenarbeit und  Verteidigungsindustrie," twitterte Çavuşoğlu.

In Bezug auf die neulich verkündete Initiative der Ukraine, die die Aufmerksamkeit der internationalen Staatenwelt wieder auf die Krim und ihre Rückkehr zur Ukraine lenken will, erklärte Çavuşoğlu:

"Wir begrüßen die Initiative der Krim-Plattform."

Diese Erklärung kam kurz nach dem "freundschaftlichen Treffen" des türkischen Außenministers mit seinem ukrainischen Amtskollegen Dmytro Kuleba.

Das erste Gipfeltreffen der Krim-Plattform soll im Mai 2021 mit Vertretern aus der Türkei, Frankreich, Deutschland, Großbritannien und den USA stattfinden.

Die Türkei und die Krimtataren

Auf der Krim leben rund 300.000 Krimtataren. Während der 300-jährigen Herrschaft des Osmanischen Reiches über die Krim haben die Krimtataren den sunnitischen Islam als ihre Religion und Türkisch als Amtssprache übernommen. Bis zum Vertrag von Istanbul 1700 zahlte der russische Staat dem Khan der Krim jährlich Tribut.

Die Krimtataren zählen zu den Turkvölkern und machen laut Angaben des türkischen Außenministeriums 13 Prozent der Bevölkerung auf der Krim aus. Ankara fühlt sich ethnisch und kulturell mit den Krimtürken, wie man sie in der Türkei nennt, verbunden.

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