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Facebook entfernt historisches Foto mit australischen Ureinwohnern in Ketten

Facebook entfernte "wegen Nacktheit" ein historisches Foto aus dem 19. Jahrhundert, das Aborigines in Ketten zeigt – und blockierte dann drei Tage lang Nutzer, die einen Link zu einem Artikel der Zeitung "Guardian" verwendeten, der über die Entfernung berichtet hatte.
Facebook entfernt historisches Foto mit australischen Ureinwohnern in Ketten© State Library of Western Australia

Wie der australische Ableger der Zeitung Guardian berichtete, entschuldigte sich Facebook nachträglich dafür, einen australischen User daran gehindert zu haben, das Foto aus den 1890er Jahren zu teilen. Der User hatte das Foto im Zusammenhang mit einer Äußerung des australischen Premiers Scott Morrison gepostet. Morrison hatte zuvor davon gesprochen, dass es in Australien "nie Sklaverei gegeben habe".

Der Post des Users wurde von Facebook entfernt, weil das Foto Nacktheit enthalte und somit gegen die "Gemeinschaftsstandards" des Social-Media-Netzwerkes verstoße. Der Beitrag wurde erst wieder online gestellt, nachdem der Guardian Australia bei Facebook angefragt hatte, ob das Foto irrtümlich markiert worden sei.

Eine Sprecherin von Facebook erklärte, das Foto sei fälschlicherweise vom automatischen System entfernt worden. "Wir entschuldigen uns für diesen Fehler", so die Sprecherin.

Der Australien Guardian hatte in der Zwischenzeit über die Entfernung des Bildes berichtet, und Leser, die versuchten, den Beitrag über Facebook zu teilen, wurden ebenfalls Opfer der "Gemeinschaftsstandards". Auch sie erhielten Benachrichtigungen, dass sie dagegen verstoßen würden. Einige von ihnen wurden sogar für bis zu 30 Tage vom Posten auf Facebook ausgeschlossen.

"Dieser Job sollte nicht existieren"

Der kanadische Science-Fiction-Autor, Journalist und Blogger Cory Doctorow schrieb auf Twitter, der Vorfall zeige, dass Facebook keine verhältnismäßige Moderation gewährleisten könne. Es sei wahrscheinlicher, dass die Beiträge von einigen Minderheitengruppen zensiert würden.

Laut dem Autor sollten Facebook keine zusätzlichen Aufgaben bei der Zensur von Inhalten übertragen werden. Stattdessen, so Doctorow, sollte Facebook auf eine "Größe reduziert werden, auf eine Skala, in der die Gemeinschaften Normen setzen und durchsetzen können". Und er ergänzte:

Denn das Problem mit [Facebook] besteht nicht nur darin, dass [CEO] Mark Zuckerberg in einzigartiger Weise ungeeignet ist, Entscheidungen über das soziale Leben und den politischen Diskurs von 2,6 Milliarden Menschen zu treffen ... es ist, dass keiner in der Lage ist, diese Aufgabe zu erfüllen. Dieser Job sollte nicht existieren.

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