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Russischer Experte: Wiederaufnahme des internationalen Flugverkehrs erst nächstes Jahr möglich

Experten befürchten, dass die Reisebeschränkungen wegen der Corona-Pandemie nicht so schnell wieder aufgehoben werden. Der Aufsichtsratschef der russischen Fluglinie S7 geht davon aus, dass der internationale Flugverkehr erst in einem Jahr wiederaufgenommen wird.
Russischer Experte: Wiederaufnahme des internationalen Flugverkehrs erst nächstes Jahr möglichQuelle: AFP © MARTIN BERNETTI

Wladislaw Filjow, Aufsichtsratschef der russischen Fluggesellschaft S7, sagte in einem Interview mit der Zeitung Kommersant, die Corona-Maßnahmen der russischen Regierung hätten dazu geführt, dass der Höhepunkt der Pandemie zu einem späteren Zeitpunkt eintrete. "Die Selbstisolation wird dazu führen, dass eine kleine Anzahl von Menschen krank wird. Daher werden wir keine Herdenimmunität entwickeln, weshalb mit einer zweiten Welle der Epidemie zu rechnen ist", warnte Filjow. Der Unternehmenschef rechnet damit, dass der internationale Flugverkehr voraussichtlich erst in einem Jahr, also im April 2021, wiederaufgenommen wird:

Sogar die Spanische Grippe hatte zwei Wellen. Und die zweite Welle war schlimmer als die erste. Daher denke ich, dass die internationale Luftfahrt in einem Jahr beginnen wird, sich zu erholen.

Laut seiner Prognose wird der Passagierverkehr nach der Corona-Krise um etwa die Hälfte zurückgehen, von 120 Millionen auf rund 60 Millionen Passagiere pro Jahr. 

Zuvor hatte die größte russische Airline Aeroflot den Ticketverkauf für alle internationalen Flüge bis Ende Juli ausgesetzt. Auf der Webseite der Fluggesellschaft können Flugtickets erst für Anfang August gebucht werden. Aufgrund der Krise reduzierte Aeroflot auch die Zahl der Inlandsflüge. Unter normalen Bedingungen erwirtschaften Fluggesellschaften in den wärmsten Monaten des Jahres den Großteil ihrer Gewinne.

Der Weltluftfahrtverband IATA geht davon aus, dass die pandemiebedingten Reisebeschränkungen die Fluggesellschaften schwerer treffen als zuletzt gedacht. So dürfte der Umsatz in diesem Jahr voraussichtlich um etwa 55 Prozent geringer ausfallen als im Jahr 2019, teilte der Verband mit. Ende März war die IATA noch von einem Rückgang von rund 44 Prozent ausgegangen. Der Verband rief erneut alle Regierungen auf, den Fluggesellschaften in der Krise finanziell zu helfen. Viele Airlines würden die Situation ohne staatliche Hilfe nicht überstehen, hieß es. Dadurch seien weltweit rund 25 Millionen Arbeitsplätze in der Luftfahrt und verbundenen Branchen in Gefahr.

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