Deutschland

Zum Wohl des Tieres: Klöckner stellt Label für Nutztierhaltung vor

Die ersten Kennzeichnungen sind für Schweinefleisch geplant. Insgesamt drei Qualitätsstufen soll es geben. Während die Kennzeichnungen zunächst freiwillig sind, werden die neuen Regeln verbindlich. Heute stellt Bundesministerin Julia Klöckner das neue "Tierwohllabel" vor.
Zum Wohl des Tieres: Klöckner stellt Label für Nutztierhaltung vor Quelle: Reuters © Stephane Mahe

Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, wird heute die neue Kennzeichnung für das Tierwohl präsentieren. Tierschützern reicht das nicht. Es gebe ihnen zufolge in Deutschland zu viele Kennzeichnungen, und da diese freiwillig bleiben, werde es keine Verbesserung für die Haltung der Tiere geben. 

Zunächst gilt dieses nur für Schweinefleisch. Bei der Schweinezucht müssen die Bauern mehr Platz im Stall bereitstellen, und auch die Schlafbereiche sollen für die Schweine vergrößert werden. Ferkelkastrationen ohne Betäubungen sind verboten. Des Weiteren gibt es strengere Auflagen für die Schlachtung und den Transport. Es sind insgesamt drei Stufen vorgesehen, wobei die niedrigste Stufe Bedingungen für die Tiere knapp über den Mindestanforderungen darstellt. 

Der Verbandssprecher des bayerischen Bauernverbands, Markus Peters, erklärte dazu: "Dabei erscheinen uns vor allem die geplanten Kriterien beim Schwein, vor allem in der Einstiegsstufe, zu hoch." 

Julia Klöckner sagte zum vermeintlichen Vorteil der freiwilligen Kennzeichnung, wie es sie auch in Dänemark und den Niederlanden bereits gibt: 

Das Tierwohlkennzeichen soll dem Verbraucher aber auf den ersten Blick vermitteln: Hier handelt es sich um ein Produkt, in dem ein Mehr an Tierwohl zur Grundlage liegt.

Kritik kommt auch von Renate Künast (Bündnis 90/Die Grünen), Sprecherin für Ernährungspolitik: 

Warum macht (Julia Klöckner) nicht eine Schweinehaltungsverordnung, die man zeitlich begrenzen kann? Die Bauern können es nicht morgen umsetzen. Der gesetzliche Standard ist schlecht und wird zum Teil noch unterschritten. 

Am Dienstag protestierten Greenpeace-Aktivisten vor dem Landwirtschaftsministerium für mehr Tierschutz.