Deutschland

"Zentrum für politische Schönheit" will Teilnehmer von Chemnitz-Demos bei Arbeitgebern denunzieren

Über die Webseite "Soko Chemnitz" ruft das "Zentrum für politische Schönheit" dazu auf, den "Rechtsextremismus 2018 zu erfassen" sowie dazu, "verdächtige" Teilnehmer bei den Protesten in Chemnitz zu identifizieren und bei ihren Arbeitgebern zu melden.
"Zentrum für politische Schönheit" will Teilnehmer von Chemnitz-Demos bei Arbeitgebern denunzieren

Bekannt wurde das "Zentrum für Politische Schönheit" unter anderem durch Aktionen wie das Errichten eines Nachbaus des Holocaust-Mahnmals vor dem Wohnhaus des AfD-Politikers Björn Höcke oder die Verteilung von Flugblättern während des G20-Gipfels in Hamburg, die zur Tötung von Putin und Erdogan aufriefen.

Seit 2009 ist das Zentrum aktiv. In einer neuen Aktionsform befasst es sich mit den Protesten in Chemnitz. Diese wurden durch den Mord an einem 35-Jährigen Deutsch-Kubaner ausgelöst. Nach der Verhaftung von zwei tatverdächtigen Asylbewerbern aus Syrien und dem Irak, kam es zu Protesten. Unter die "Pro Chemnitz"-Demonstranten, mischten sich auch Rechtsextreme, Ausschreitungen folgten. 

Mehr zum Thema Die Vorgeschichte von Merkels Chemnitz-Besuch – Eine Chronik

In diesem Kontext wollen sie angeblich den "Rechtsextremismus von 2018 systematisch erfassen." In einem Video mit dem Titel "Gesucht: Wo arbeiten diese Idioten?" wird dazu aufgerufen, die rechten Demonstranten zu identifizieren: 

Während normale Menschen arbeiten, treiben Tausende Arbeitnehmer und Hartz IV-Empfänger Ausländer durch Chemnitz. Attackieren Presse und Polizeibeamte und grüßen Hitler. Was würde ihr Chef wohl dazu sagen? 

Drei Millionen Bilder von 7.000 Verdächtigen will das "Zentrum für Politische Schönheit" bereits ausgewertet haben. Arbeitskollegen, Nachbarn oder Bekannte sollen nach eigener Darstellung gegen Bares denunziert werden. 

Neben Bildern im "Katalog der Gesinnungskranken" sind auf der ebenfalls zur Aktion gehörenden Webseite "Soko-Chemnitz.de" Bilder von Demonstranten zu sehen. Neben dem Bild mit einer unkenntlich gemachten Augenpartie ist der Vorname und der Anfangsbuchstabe des Nachnamens zu lesen. Teilhaben kann man durch die Zusendung weiterer Fotos und Bilder der "Erwischten", die sich "unerlaubt von der Demokratie entfernt" haben. Anhand eins Barometers wird angezeigt, als wie "Rechts" der Demonstrant eingeschätzt wird. 

Das "Zentrum für Politische Schönheit" versteht sich als "aufrüttelnde und provozierende Aktion im Rahmen der Menschenrechte" und setzt sich für einen "Aggressiven Humanismus" ein. In ihrer Selbstdarstellung heißt es:

Das Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) ist eine Sturmtruppe zur Errichtung moralischer Schönheit, politischer Poesie und menschlicher Großgesinntheit. Aufrüttelnde und radikale Aktionen im Namen der Menschenrechte sind unser Spezialgebiet. Wir arbeiten an der Zukunft des politischen Widerstands im 21. Jahrhundert ("aggressiver Humanismus"), setzen auf Menschlichkeit als Waffe und experimentieren mit den Gesetzen der Wirklichkeit. Widerstand ist eine Kunst, die weh tun, reizen und verstören muss.

Mehr zum ThemaNicht alles ist schön im politischen Zentrum: Kunstkritik zum Marsch der (Un)-Entschlossenen

Am Montag wird zudem vor dem Berliner Reichstag eine Installation aufgestellt. Den Arbeitgebern versprechen sie Musterentwürfe für eine "wasserdichte Kündigung für einen Hitler-Bewunderer". 

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.