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Putin und Merkel: Gemeinsam für Nord Stream 2 und gegen Trump?

Das für heute angesetzte Treffen zwischen der Bundeskanzlerin und dem russischen Präsidenten in Berlin ist eine Chance, die Zusammenarbeit beim Energieprojekt Nord Stream 2 zu festigen und sich gemeinsam gegen die Politik Trumps zu stellen.
Putin und Merkel: Gemeinsam für Nord Stream 2 und gegen Trump?Quelle: Reuters © Sergei Karpukhin

Es steht außer Frage, dass Deutschland und Russland beide von der Gaspipeline "Nord Stream 2" profitieren werden, die an diesem Samstag auf dem Treffen zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und Bundeskanzlerin Angela Merkel diskutiert wird.

Eine Gegenreaktion aus den USA ist zu erwarten. Denn US-Präsident Donald Trump ist entschiedener Gegner der europäisch-russischen Zusammenarbeit im Energiesektor. Für Trump macht das russische Gas Deutschland "abhängig". Stattdessen sollten die Europäer von den Amerikanern teures Flüssiggas (LNG) kaufen. Hierzu bedarf es der notwendigen Infrastruktur. Eine erster LNG-Terminal wird in Schleswig-Holstein entstehen. 

Der Kreml und die deutsche Regierung haben beide bestätigt, dass das 9,5-Milliarden-Euro-Projekt ein wichtiges Thema auf Schloss Meseberg in Brandenburg sein wird. 2011 gestartet, funktionierte der erste Teil des Projektes zwischen Gazprom und den europäischen Energiegiganten reibungslos. Die neue 1.200 Kilometer lange Unterwasser-Pipeline verspricht eine Verdopplung der vorherigen Lieferkapazitäten. Alle Länder bis auf Dänemark, die eine Verbindung mit dem Norden Russlands haben, haben hierzu ihr Einverständnis gegeben.

Weiterhin negative Energien aus Brüssel und der Ukraine 

Donald Tusk, Präsident des Europäischen Rates, hat sich seit seiner Ankündigung vor drei Jahren beständig für die Beendigung von Nord Stream 2 eingesetzt. Letzen Monat beschrieb er es erneut als "geopolitisches Projekt" von "keinerlei wirtschaftlicher Bedeutung". Dieses würde die Energiesicherheit Europas durch übermäßige politische Einflussnahme Moskaus bedrohen. Die Ukraine erhält jährlich Transitgebühren in Höhe von 2,5 Milliarden Euro.

Während sich die Haltung der deutschen Kanzlerin zu Syrien und der Ukraine-Krise vermutlich nicht ändern wird, kann man gespannt auf die gemeinsame Erklärung von Merkel und Putin zu Nord Stream 2 warten. Die Ankündigung des Besuchs zu Anfang dieser Woche kam überraschend. Zuvor ist Putin zu Gast auf der Hochzeit der österreichischen Außenministerin. Die Erdgas-Pipeline soll Ende 2019 in Betrieb genommen werden. Der errechnete jährliche Durchsatz von Nord Stream 2 beträgt maximal 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas.

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