Deutschland

Fliegt Lambrecht als Nächstes? Sohn reiste sieben Mal auf Regierungsflügen mit

Man sollte "nicht die Luftwaffe mit der Lufthansa verwechseln", meint der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Thorsten Frei, über die mehrfache Mitnahme von Alexander Lambrecht – Sohn von Verteidigungsministerin Christine Lambrecht – bei Regierungsflügen. Kritik kommt auch von CSU und FDP.
Fliegt Lambrecht als Nächstes? Sohn reiste sieben Mal auf Regierungsflügen mitQuelle: www.globallookpress.com © Carsten Hoffmann

Wackelt nach Ex-Familienministerin Anne Spiegel (Grüne) der nächste Pfeiler bei der "Ampel"? Am Montag hatte ein Bericht von Business Insider aufgezeigt, dass Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) am 13. April ihren Sohn Alexander in einem Hubschrauber der Bundesregierung auf einen Flug zu einem Truppenbesuch und danach zur Weiterfahrt nach Sylt mitgenommen hatte.

Dienstreisen mit Privatreisen verknüpft

Dummerweise hatte Sohnemann ein Bild aus dem Inneren des Helikopters auf seinem Instagram-Account gepostet. Auf diesem – mittlerweile nicht mehr öffentlich zugänglichen – Account konnte man darüber hinaus auch Fotos vom 7. Juni 2021 finden, die den 21-Jährigen vor und in einer Regierungsmaschine zeigen. An diesem Datum war seine Mutter, damals noch Justizministerin in der Großen Koalition, für ein Treffen der EU-Justizminister nach Luxemburg aufgebrochen.

Laut Bild-Informationen zeigt sich am Dienstag, dass dieser Juni-Trip nicht der einzige war, den Lambrecht ihren Sohn als Justizministerin ermöglichte. Auf "insgesamt sieben Auslandsreisen" habe Lambrecht ihren Sohn mitgenommen, teilte das Ministerium mit. Dabei ging es nach Slowenien, Helsinki, Liechtenstein, Lissabon, Luxemburg, Paris und Prag; die Kosten für die Reisen seien stets privat beglichen worden – Nachweise dafür gibt es aber nicht.

Auch eine Osterreise von Lambrecht-Junior im Regierungshelikopter soll privat bezahlt worden sein. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte, Lambrecht habe den Mitflug ihres Sohnes am 8. April ministeriumsintern angemeldet und die Kosten dafür bezahlt. Er betonte, dass alles "in voller Übereinstimmung mit den Richtlinien" über die Bühne gegangen sei. Die Höhe der Kosten teilte das Ministerium nicht mit. 

Kritik von Union und FDP

Die Unionsfraktion hat laut der Tagesschau der Bundesverteidigungsministerin wegen ihres Verhaltens "maximale Ungeschicklichkeit" vorgeworfen. Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Thorsten Frei, sagte gegenüber der Bild:

"Die Bundeswehr für private und parteipolitische Zwecke zu benutzen, ist stillos. [...]Die Verteidigungsministerin sollte als Inhaberin der Befehls- und Kommandogewalt mehr Fingerspitzengefühl zeigen und nicht die Luftwaffe mit der Lufthansa verwechseln."

Der Vorgang habe "ein Gschmäckle", wie man in seiner Heimat sagen würde, so Frei weiter. "Es gibt Dinge, die sind verboten. Und es gibt Dinge, die macht man einfach nicht."

Auch CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt schaltete sich in die Diskussion ein und sagte an Lambrecht adressiert, sie täte gut daran, schnellstmöglich für Transparenz zu sorgen. Laut dem Deutschlandfunk bezeichnete CSU-Politikerin Dorothee Bär den vermeintlichen Urlaubsflug als "unfassbar". Der Vorsitzende der Jungen Union, Tilman Kuban, merkte an, da werde fürs 9-Euro-Ticket im öffentlichen Personennahverkehr geworben und die eigenen Kinder im Regierungsflieger auf die Insel gebracht. Zuvor hatte bereits die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, von einem "ungewöhnlichen Vorgang" gesprochen.

Mehr zum Thema - Verteidigungsministerin Lambrecht kündigt Lieferung von sieben Panzerhaubitzen an die Ukraine an

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