Deutschland

Und schon kommt der nächste Sturm: Deutschland bereitet sich auf "Zeynep" vor

Vielerorts sind noch die Schäden von "Ylenia" sichtbar. Doch nach dem Sturm ist diesmal vor dem Sturm: Mit "Zeynep" steht ein weiteres, möglicherweise noch heftigeres Orkantief bevor. Es werden zum Teil Windgeschwindigkeiten von bis zu 160 Stundenkilometern erwartet.
Und schon kommt der nächste Sturm: Deutschland bereitet sich auf "Zeynep" vorQuelle: AFP © Daniel Reinhardt

Gerade erst ist der eine schwere Sturm vorbei, da kommt schon der nächste auf Deutschland zu. "Zeynep" wird für Freitagnachmittag erwartet, die Spuren von "Ylenia" sind noch nicht überall beseitigt. Das Tief führte erst am Donnerstag zu Zugausfällen und tödlichen Unfällen. Der Nachfolger könnte noch heftiger ausfallen, befürchten Wetterexperten.

Schwerpunkt der neuen Sturm- beziehungsweise sogar Orkanlage sei bis Samstagfrüh die Nordhälfte Deutschlands, sagten die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) voraus. Betroffen seien Teile von Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Thüringen und Sachsen. Auch Großbritannien, die Niederlande und Frankreich bereiten sich vor.

Um Schäden und Unfälle zu vermeiden, sollten Bürger auch zu Hause Vorbereitungen treffen. "Alles, was auf der Terrasse ist, was nicht niet- und nagelfest ist, am besten reinholen, in die Garage stellen", sagte Christopher Rehnert, Leiter der Feuerwehr Lüdenscheid, am Freitagmorgen im ARD-Morgenmagazin. Blumenkästen oder andere Gegenstände sollten von Balkonen entfernt werden.

Auch der Schulunterricht wurde am Freitag mancherorts von der Sturmlage beeinträchtigt oder fiel komplett aus. So teilte der Landkreis Goslar in Niedersachsen mit, dass die Schüler nicht überall befördert werden könnten. Deshalb wurde dort der Präsenzunterricht in allen allgemein- und berufsbildenden Schulen abgesagt. Aus Hamburg hieß es, Sorgeberechtigte könnten selbstständig entscheiden, ob ihr Kind zu Hause bleibe. Im Regierungsbezirk Arnsberg in NRW sollte ab Mittag die Schule ausfallen. In Bochum wurden Eltern aufgefordert, ihre Kinder früher abzuholen.

Die Deutsche Bahn riet Fahrgästen, ihre für den späten Freitagnachmittag geplanten Reisen möglichst vorzuziehen. "Es ist ab den Nachmittagsstunden mit erheblichen Beeinträchtigungen des Bahnbetriebs zu rechnen", teilte das Unternehmen in Berlin mit. Fern- und Regionalverkehr sollten am Freitag in Norddeutschland und Teilen Nordrhein-Westfalens nach und nach eingestellt werden. Der Schutz der Reisenden und der Beschäftigten habe Vorrang, hieß es.

"Es kehrt einfach keine Ruhe ein"

Fahrgäste können ihre für den Zeitraum von Donnerstag bis Sonntag gebuchten Fahrkarten bis zum 27. Februar flexibel nutzen oder kostenfrei stornieren, wenn sie Reisen wegen des Sturms verschieben.

Der für die Nacht zu Samstag vorhergesagte Orkan erreicht nach Angaben des DWD gegen Mitternacht die Nordseeküste. Dort werden demnach Windgeschwindigkeiten von bis zu 160 Stundenkilometern erwartet. In der zweiten Nachthälfte trifft "Zeynep" auf die Ostseeküste und lässt dann allmählich nach. "Damit ist die Unwettergefahr erst einmal gebannt", sagte ein DWD-Meteorologe am Freitag in Offenbach. Trotzdem bleibt es laut DWD mindestens bis zum Montag in Deutschland stürmisch. "Es kehrt einfach keine Ruhe ein", sagte der Meteorologe.

Für die deutsche Nordseeküste wurde für Freitag vor Sturmflutgefahr gewarnt. Sturmfluten an sich seien durchaus normal, in der Häufigkeit wie im Moment jedoch ungewöhnlich, hatte ein Sprecher des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) gesagt. An der Nordseeküste spricht man von einer Sturmflut, wenn das Hochwasser mindestens 1,5 Meter höher als normal aufläuft. Von einer schweren oder sehr schweren Sturmflut wird erst ab Werten von 2,5 beziehungsweise 3,5 Metern gesprochen. Am frühen Freitagmorgen wurde erneut der Fischmarkt in Hamburg-Altona überspült.

In London, dem Süden Englands sowie in Wales waren am Freitag Millionen Menschen wegen stürmischen Wetters dazu aufgerufen, zu Hause zu bleiben. Wie der britische Wetterdienst Met Office mitteilte, droht wegen umherfliegender Trümmerteile bei Sturmgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern Lebensgefahr. Der BBC zufolge könnte es sich um einen der schwersten Stürme in dem Land seit Jahrzehnten handeln. In Frankreich erließ der Wetterdienst eine Unwetterwarnung für fünf Departements im Norden. Es drohten bis zu vier Meter hohe Wellen an der Küste. In den Niederlanden gilt für weite Teile des Landes die schwerste Stufe des Wetteralarms, Code Rot.

Während des Orkantiefs "Ylenia" waren mindestens drei Autofahrer in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt bei wetterbedingten Unfällen gestorben: Zwei wurden von umstürzenden Bäumen erschlagen, ein dritter starb, als sein Anhänger im Sturm auf die Gegenfahrbahn geriet und es dabei zu einem Unfall kam.

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(rt de/dpa)

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