Deutschland

RT-Vizechefin kommentiert MABB-Entscheidung: Kampf gegen uns in Deutschland beispiellos

Die MABB hat ihre Entscheidung im Verfahren gegen den Sender RT DE gefällt und die Einstellung des Programms gefordert. RT-Vizechefin Anna Belkina zufolge sei der Sender überrascht über die Zielstrebigkeit Deutschlands bei den Versuchen, RT aus der Medienlandschaft auszuradieren.

Im Gespräch mit RT International hat sich die stellvertretende RT-Chefredakteurin Anna Belkina die Enttäuschung des Senders über die Entscheidung der Medienanstalt Berlin Brandenburg (MABB) im Verfahren gegen die RT DE-Sendung zum Ausdruck gebracht: RT habe sich zwar daran gewöhnt, unter schwierigen Umständen zu arbeiten, aber der harte Kampf gegen den Sender in Deutschland sei beispiellos. Belkina nannte das Handeln der deutschen Behörden einen Beweis für die Doppelmoral der Regierung der Bundesrepublik:

"Ja, es geht um Doppelmoral. Wir glauben, unsere Zuschauer sowohl in Deutschland als auch weltweit sehen diese Doppelmoral auch. Eigentlich ist das genau der Grund, warum sie sich uns zuwenden. Das ist genau, wofür RT DE als Sender steht. Wir stellen solche Doppelstandards fest."

Die RT-Vizechefin unterstrich, dass das Vorgehen der deutschen Medienaufsichtsbehörde unbegründet sei. Die Entscheidung basiere in erster Linie auf der Vornahme, dass die Sendung in Deutschland produziert und aus einem Büro in Berlin ausgestrahlt werde. Belkina erwiderte darauf, dass sich der Hauptsitz des Senders in Moskau befinde, wo auch alle redaktionellen Entscheidungen getroffen würden. Belkina zufolge befürchte man in Deutschland die Präsenz einer anderen Position wie der RT DE-Stimme. Hinter dem MABB-Vorgehen sah die RT-Vizechefin demnach eine mögliche politische Einflussnahme:

"Ich glaube, wir sind doch überrascht über die Bissigkeit und Zielstrebigkeit der deutschen Behörden bei ihren Versuchen, uns aus der deutschen Medienlandschaft auszuradieren. Sie gehen so weit, dass sie die Übertragung aus einem Studio verbieten, das es nicht einmal gibt. Wie gesagt, unsere deutschen Kollegen sitzen gerade hier, in der Nähe vom RT International-Büro."

RT-Chefredakteurin Margarita Simonjan äußerte sich in ihrem Telegram-Kanal auch zur MABB-Entscheidung und hob wiederum hervor, dass die RT DE Productions GmbH, die die Behörde den Betreiber des Senders nennt, eine unabhängige, weder für die Sendung noch für ihre Ausstrahlung zuständige Produktionsfirma ist. Sie beschäftige sich mit der Herstellung von einigen Formaten für den Sender RT DE, der von Moskau aus ausgestrahlt werde und das Recht auf die Sendung in Deutschland und 32 anderen europäischen Staaten habe. Es sei, als hätte die russische Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor der Deutschen Welle verboten, auf ihrer eigenen Webseite die Sendung zu übertragen, schrieb Simonjan im Anschluss.

RT DE hatte bereits seine Absicht geäußert, die MABB-Entscheidung vor Gericht anzufechten. In der offiziellen Erklärung diesbezüglich hieß es, der Sender könne nicht nachvollziehen, "aus welchen Gründen eine angeblich informierte und unabhängige Medienanstalt versuchen würde, sich durch offenbar rein politische Motive leiten zu lassen und eine falsche Version, die ihren Absichten entsprechen würde, für die Realität auszugeben".

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