Deutschland

Inflation in Deutschland auf höchstem Stand seit 28 Jahren

Die Inflationsrate ist in Deutschland 2021 auf 3,1 Prozent gestiegen – aufs Jahr gesehen der höchste Stand seit 1993. Im Monat Dezember legten die Preise sogar um 5,3 Prozent zu und sind damit nahezu jeden Monat geklettert. Besserung für 2022 ist kaum in Sicht.
Inflation in Deutschland auf höchstem Stand seit 28 JahrenQuelle: www.globallookpress.com © Bernhard Claßen

Vor allem politische Entscheidungen, wie kräftig gestiegene Energiepreise, Lieferengpässe durch die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Krise sowie die Rücknahme der zeitweisen Mehrwertsteuersenkung, haben die Inflation 2021 auf den höchsten Stand seit 28 Jahren getrieben. Das berichtet die Tagesschau.

Dazu haben die Notenbanken im letzten Jahr wieder massiv die Druckerpresse angeworfen und die Geldmenge erhöht. Nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes betrug die Teuerungsrate im vergangenen Jahr 3,1 Prozent. Ein stärkeres Plus der Verbraucherpreise hatte die Behörde im Jahresschnitt zuletzt 1993 mit damals 4,5 Prozent gemessen. Im ersten Corona-Jahr 2020 hatte die Jahresteuerung noch bei 0,5 Prozent gelegen.

Allein im Dezember stieg die Inflation in Deutschland gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Eine höhere Teuerungsrate war zuletzt im Juni 1992 mit damals 5,8 Prozent errechnet worden. Jörg Krämer, Chefvolkswirt bei der Commerzbank, gab sich überrascht:

"Der unterliegende Preisdruck ist im Dezember überraschend hoch geblieben".

Entgegen den Erwartungen sei die Inflationsrate nicht gefallen, sondern weiter gestiegen – obwohl sich Energie im Vergleich zum Vormonat minimal vergünstigte. Auch Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, zeigte sich erstaunt. Er sagte:

"Eigentlich war anzunehmen, dass es im letzten Monat des Jahres bereits in den Rückwärtsgang geht."

Doch es seien unter anderem höhere Nahrungsmittelpreise gewesen, die dem Rückgang der Inflationsrate einen Strich durch die Rechnung gemacht hätten.

Im November hatte die monatlich gemessene Inflationsrate erstmals seit dem Wiedervereinigungs-Boom Anfang der 1990er Jahre mit 5,2 Prozent wieder die Marke von 5,0 Prozent übersprungen. Angeheizt wurde die Teuerung in Europas größter Volkswirtschaft im vergangenen Jahr vor allem von rasant gestiegenen Energiepreisen im Zuge der weltweiten Konjunkturerholung nach der Corona-Krise 2020.

Haushaltsenergie verteuerte sich innerhalb eines Jahres um 18,3 Prozent. Überdurchschnittlich stark ist auch der Anstieg bei den Preisen von Lebensmitteln ausgefallen: Er machte im Jahresvergleich 6,0 Prozent aus. Dazu kamen Materialmangel und Lieferengpässe sowie die Einführung der CO2-Abgabe Anfang 2021 in Höhe von 25 Euro je Tonne Kohlendioxid, das beim Verbrennen von Diesel, Benzin, Heizöl und Erdgas anfällt. Seit Beginn des laufenden Jahres werden sogar 30 Euro je Tonne fällig.

Zugleich wird die Rücknahme der vorübergehenden Mehrwertsteuersenkung spürbar: Seit Januar 2021 gelten wieder die höheren Steuersätze, Waren und Dienstleistungen wurden im Jahresvergleich also ebenfalls teurer. 

DekaBank-Experte Kristian Tödtmann verweist für 2022 auf die nun wieder stark gestiegenen die Erdgaspreise. Er meint:

"Das kommt im Januar ganz geballt."

Das ifo Institut rechnet erst 2023 mit einer Normalisierung bei der Inflation. Im laufenden Jahr dürften die Verbraucherpreise nach Einschätzung der Münchner Ökonomen sogar auf 3,3 Prozent steigen.

"Die Inflationsrisiken weisen klar nach oben – nicht nur in Deutschland, sondern auch im Euroraum", so Commerzbank-Experte Krämer. Es werde Zeit, dass die EZB den Fuß vom Gas nehme. Das sieht Michel Heise, Chefökonom von HQ Trust, ähnlich. Er sagt:

"Eine geldpolitische Wende wird angesichts dieser Zahlen dringlicher."

Die EZB hatte im Dezember 2021 an ihrer ultra-lockeren Geldpolitik festgehalten. Nach einem strategischen Wechsel sieht es derzeit allerdings nicht aus. Kritische Wirtschafts- und Finanzexperten wie Florian Homm, Dirk Müller oder Markus Krall warnen schon seit geraumer Zeit vor einer anziehenden Inflation – befeuert durch die EZB –, die sich zeitnah in eine Stagflation verwandeln könnte. Das wäre dann der Fall, wenn in einem inflationären Umfeld eine hohe Nachfrage auf geringere Angebote trifft.

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