Deutschland

Lauterbach: "Omikron als schmutzige Impfung ist keine Alternative zur Impfpflicht"

Für Gesundheitsminister Karl Lauterbach ist eine Infektion mit dem Omikron-Virus als "schmutzige Impfung" keine Alternative zur Impfpflicht. Die STIKO-Empfehlung, dass der Impfstoff von Moderna nur für Über-30-Jährige angewendet wird, sollte aufgehoben werden.
Lauterbach: "Omikron als schmutzige Impfung ist keine Alternative zur Impfpflicht"Quelle: www.globallookpress.com © Michael Kappeler

Gesundheitsminister Lauterbach arbeitet nach eigenen Aussagen an einem Vorschlag für eine allgemeine Impfpflicht für über 18-Jährige in Deutschland. Er halte die Impfpflicht für notwendig und richtig, betonte aber in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, dass er sich wünsche, dass die Regelung "unbürokratisch", "bevorzugt ohne Impfregister" und auch ohne "neue Meldestrukturen" auskommen sollte. Die Impfpflicht sollte "schnell kommen", so Lauterbach. Als Grund nannte er:

"Wir können nicht darauf warten, dass eine Impfpflicht überflüssig wird, weil wir eine sehr hohe Durchseuchung der Bevölkerung haben. Omikron als schmutzige Impfung ist keine Alternative zur Impfpflicht. Das wäre sehr gefährlich."

Im August letzten Jahres ging Lauterbach noch nicht von einer hohen Durchseuchung, also Herdenimmunität, bei den Menschen in Deutschland aus. Als Gast bei der Talksendung Maischberger formulierte er folgende Erkenntnisse und Prognosen, in Bezug auf die damalige Delta-Variante: "Die Delta-Variante ist sehr aggressiv. Im Vergleich zur Alpha-Variante atmen Infizierte bei der Delta-Variante das Tausendfache an Viren aus (...) Die Delta-Variante ist so ansteckend, dass wir realistischerweise gar keine Herdenimmunität mehr erreichen werden".

Zur Diskussion einer generellen Impfpflicht, sei die Einschätzung von Karl Lauterbach aus dem August 2020 in Erinnerung zu rufen:

Zum Thema des individuellen Rechts auf körperliche Unversehrtheit, eine Aussage als einfacher Bundestagsabgeordneter der SPD im Jahre 2019:

Zur Thematik einer drohenden Überlastung des Gesundheitssystems, ein Tweet von Karl Lauterbach aus dem Jahre 2019:

Die Frage zu kommenden Folgeimpfungen kommentierte er damit, dass er eine vierte Impfung "für sehr wahrscheinlich" halte. Die Aussage begründete er mit der Einschätzung, dass die Omikron-Variante durch bestehende Impfungen "nur zu 70 bis 80 Prozent abgefangen wird". Zudem "könnten neue Varianten kommen". Der Minister prognostizierte, dass er nicht von einer dauerhaften Impfpflicht ausgehe: "Wenn die Pandemie in eine endemische Lage übergeht, wäre auch die Impfpflicht erloschen", so Lauterbachs Aussage im RND-Interview. 

Nach einer aktuellen Modellierung des Robert Koch-Instituts sollte das Ziel sein, dass "mehr als 80 Prozent der doppelt Geimpften auch geboostert sind, also rechnerisch 56 Prozent der Bevölkerung", so die Information des Ministers: "Dann hat es Omikron schwer." Die Chance auf ein Ende der Pandemie im Jahre 2022, sei nach Lauterbachs Einschätzung "von der Entwicklung des Virus" abhängig und vom Erfolg der Impfkampagne: "Wenn alles gut geht und es uns gelingt, mit einer Impfpflicht die Impflücken zu schließen, können wir in diesem Jahr in eine endemische Lage übergehen." Sein Appell an Ungeimpfte lautet daher, dass "sie sich schnell zumindest einmal impfen lassen, damit sie wenigstens für den ganz schweren Krankheitsverlauf eine wichtige Schutzwirkung haben."

Nach seiner Einschätzung, würde durch seine persönliche Initiative aktuell genug Impfstoff zur Verfügung stehen, jedoch gäbe es bei dem Hersteller BioNTech eine "Knappheit". Daher fordere er von der Ärzteschaft, auch andere Impfstoffe zu nutzen. Er appelliert: "... an die Ärztinnen und Ärzte, bei den Erwachsenen, insbesondere bei den über 30-Jährigen, im Moment grundsätzlich Moderna einzusetzen. Außerdem habe ich die STIKO gebeten zu überprüfen, ob die Beschränkung des Moderna-Impfstoffs auf die über 30-Jährigen aufgehoben werden kann. Die Prüfung läuft.''

Er sei immer noch davon überzeugt, dass eine "schwere Welle" auf das Land zukommen wird, daher sei eine Verschärfung der Kontaktbeschränkungen besonders bei ungeimpften Bürgern angebracht. Lauterbach klärte auf, dies sei "in ihrem eigenen Sinne". Er betonte:

"Ich möchte es den Ungeimpften ersparen, dass sie auf die Intensivstation kommen."

In der Verkürzung der Quarantänezeit nach Omikron-Infektion, sähe er dennoch keinerlei Gefahr, da "die Phase, in der sich das Virus im Körper ausbreitet und die Phase, in der ein Mensch ansteckend ist – bei Omikron viel kürzer ist. Wir können also bis zu einem gewissen Grad die Quarantänezeit verkürzen, ohne ins Risiko zu gehen." Lauterbachs aktuelle Einschätzung: "Wir haben allen Grund zur Annahme, dass die Omikron-Variante bei einer Erkrankung deutlich weniger gefährlich verläuft." Diese Vermutung sei allerdings kein Grund zur Entwarnung, denn laut dem Minister, würden sich auch aktuell Geimpfte anstecken.

Zum Thema Anfeindungen und Bedrohungen gegen seine Person, lautet seine Wahrnehmung: "Die Aggressionen gehen von einer kleinen Minderheit aus, die viel Lärm macht und zum Teil auch gewaltbereit ist. Diese Minderheit repräsentiert nicht die Bevölkerung, die unsere Corona-Politik zum großen Teil mitträgt und die Maßnahmen befolgt."

Mehr zum Thema - "Geht Richtung Ende der Pandemie" – Virologe Stöhr zu Omikron-Verläufen

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