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"Man muss diese Leute konsequent ausgrenzen" – FC-Bayern-Ehrenpräsident Hoeneß über Ungeimpfte

Uli Hoeneß spricht sich gegen eine Impfpflicht aus, da diese die Gesellschaft noch mehr spalten würde. Aber zugleich appellierte er in einem Interview an die soziale Verantwortung jedes Einzelnen. Er könne gegenüber Ungeimpften "ziemlich militant" werden.
"Man muss diese Leute konsequent ausgrenzen" – FC-Bayern-Ehrenpräsident Hoeneß über UngeimpfteQuelle: www.globallookpress.com © Frank Hoermann/Sven Simon via Keystone Press Agency

Am heutigen 5. Januar wird Ulrich (Uli) Hoeneß, der Ehrenpräsident des Fußballvereins FC Bayern München, 70 Jahre alt. Zu diesem Anlass gab er für Die Zeit ein Interview, in dem es in Zeiten der Corona-Krise auch um die aktuelle Stimmung in der Gesellschaft geht. Die erste Frage an Hoeneß bezog sich auf die Diskussion über eine drohende Impfpflicht und ob er ein "Befürworter" sei. Seine Antwort lautete: " Nein, das würde die Gesellschaft noch mehr spalten. Aber ich kann ziemlich militant werden, wenn jemand sich nicht impfen lässt." Seine Meinung über diejenigen Mitbürger, die sich weiterhin gegen eine Impfung entscheiden, fällt eindeutig aus:

"Ich glaube, man muss diese Leute konsequent ausgrenzen, weil es ziemlich rücksichtslos ist, sich nicht impfen zu lassen."

Seinen persönlichen Umgang zu diesem Thema in Bezug auf Situationen im Alltag legte er an einem Beispiel in seinem Freundeskreis dar. Würde sich ein Mitspieler der regelmäßigen Schafkopf-Abende im Hause Hoeneß als ungeimpft outen, bestimmt der Hausherr klare Regeln:

"Da war einer dabei, den kenne ich schon ewig, der hat irgendwann gesagt: 'Ich bin nicht geimpft.' Da habe ich gesagt: 'Okay, dann hören wir jetzt auf. Und solange du dich nicht impfen lässt, brauchst du dich bei mir auch nicht mehr blicken zu lassen.'"

Zum Thema der möglichen Gefahr einer Infektion mit dem Virus hat das Ehepaar Hoeneß ebenfalls klare Regeln beschlossen: "Meine Frau und ich sind sehr diszipliniert, wir versuchen, praktisch keine Kontakte draußen zu haben." Zu der öffentlichen Diskussion über den Bayern-Profi Joshua Kimmich fasste Hoeneß zusammen, dass er "gute Gespräche" mit dem Spieler geführt hätte. Diese hätten sich jedoch schwierig gestaltet, da "er in einer bestimmten Richtung beeinflusst wurde. Ähnlich wie Musiala und Choupo-Moting. Aber jetzt zum Schluss war Joshua sehr vernünftig und hätte sich impfen lassen, wenn er sich nicht infiziert hätte", so Hoeneß im Interview. Welcher Einfluss aus welcher Richtung kam, wurde im Interview nicht weiter erläutert.

Uli Hoeneß wurde dann als "bekennender CSU Wähler" um seine Einschätzung der neuen Bundesregierung gebeten. Er sei sehr froh "über die jetzige Konstellation", sagte er, und fuhr wörtlich fort: "Ich war total enttäuscht von der CDU, nicht von Angela Merkel, aber zum Beispiel von Laschet und Spahn. Die CDU hat ja mehr miteinander gestritten, als einen vernünftigen Wahlkampf zu machen. Mit der neuen Regierung kommt jetzt vieles in Fluss, auch weil so viele Frauen und jüngere Männer dabei sind. Die werden was bewegen, davon bin ich überzeugt." Er schätze zudem Claudia Roth, mit der er sich "besonders gut versteht." Den "unvorstellbaren Erfolg" der SPD schreibt Hoeneß dem "FC-Bayern-Fan" Lars Klingbeil zu, und zwar aufgrund von "dessen politischen Fähigkeiten".

Zum Thema der Leistungen und Ergebnisse der alten Bundesregierung in Zeiten der Corona-Krise fiel das Urteil von Hoeneß kritisch aus. Anfangs hätte er noch bewundert, wie "die Verantwortlichen mit Corona umgegangen sind". Jens Spahn sei jedoch dann "die Luft ausgegangen". Auf die Frage, ob er sich selbst ein "Betätigungsfeld" in Zeiten der Corona-Krise zugetraut hätte, antwortete Hoeneß: "Den Impfstoff und die Masken für unser Land einzukaufen, das hätte mich als Aufgabe gereizt."

"Als wir die Masken gebraucht haben am Anfang der Pandemie – dieses Zögern, dieses Abwarten. Katastrophal! Da wär ich einfach mit dem nächsten Flieger nach China geflogen und hätte sofort mit allen möglichen Firmen verhandelt."

Der aktuelle Gesundheitsminister Lauterbach mache laut Hoeneß aktuell "einen super Job". Zum Ende des Artikels der Zeit folgt eine Wertung des Autors zur Person Hoeneß: "Uli Hoeneß' Position bei Bayern München wurde immer wieder mit der eines Paten verglichen, für den Loyalität zu den wichtigsten Charakterzügen gehört und der seine eigenen Spieler und Angestellten wie ein Familienvater umsorgt, die Abtrünnigen und Feinde aber unerbittlich bekämpft. Im Gefängnis machte der Patriarch des FC Bayern dann die Bekanntschaft mit echten Paten und Mafiabossen."

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