Deutschland

Inflation treibt Bau- und Bürokosten in die Höhe – Rentner und ärmere Haushalte leiden am meisten

Vor allem Verbraucher, Geringverdiener und Rentner leiden finanziell unter der sich das ganze Jahr hindurch "anziehenden" Inflation. Steuerzahler werden nun noch stärker auch für den staatlichen Bau von Straßen, Gebäuden und den Betrieb von Behördengebäuden zur Kasse gebeten, und Besserung ist nicht in Sicht.
Inflation treibt Bau- und Bürokosten in die Höhe – Rentner und ärmere Haushalte leiden am meistenQuelle: www.globallookpress.com © imago stock&people, via www.imag

Laut der Bundesbank dürfte die Inflation in diesem Jahr insgesamt auf 3,2 Prozent gestiegen sein, wie die Tagesschau berichtet. Das merken nicht nur die Verbraucher im Portemonnaie, sondern auch die "öffentliche Hand" muss immer größere Summen für die Infrastruktur ausgeben. Der deutsche Staat – oder genau genommen der Steuerzahler – muss dafür zusätzliche Milliardenkosten tragen. Der Steuerexperte Jens Boysen-Hogrefe des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) sagte dazu:

"Unter dem Strich bleibt ein Minus von etwa fünf Milliarden Euro."

Vor allem hohe Preise für Bauinvestitionen und den Betrieb der Büros von Behörden und Ministerien schlagen massiv ins Kontor. Boysen-Hogrefe präzisiert weiter:

"Mit Blick auf Konsum und Investitionen hat die starke Inflation tatsächlich dem Staat in der Summe eher geschadet."

Damit führt die angestiegene Teuerungsrate zu 1,3 Milliarden Euro an Mehrkosten für den Bau von Straßen, Brücken und Gebäuden. Bund, Länder und Kommunen investieren hier alljährlich bereits rund 50 Milliarden Euro.

Allein für neue Büroausstattung, Strom und Heizkosten sowie Treibstoffe der Dienstfahrzeuge mussten jedoch rund sieben Milliarden Euro mehr ausgegeben werden.

Der Staat selbst profitiert aber dennoch von der Inflation am meisten, denn durch Inflation entschuldet er sich auch. So nahm das Finanzministerium 2,5 Milliarden Euro durch die gestiegenen Preise bei privaten Bauinvestitionen ein – und mit gestiegenen Verbraucherpreisen steigen auch die Einnahmen des Staates aus der Mehrwertsteuer.

Die größten Leidtragenden der rasant gestiegenen Inflation sind und bleiben somit die Verbraucher. Auch sie mussten deutlich mehr Geld für Sprit an der Zapfsäule, Heizen und Strom zuhause und Lebensmittel bezahlen, und 2022 wird das weitergehen. Die Bundesbank rechnet mit einem weiteren Ansteigen der Inflation auf dann 3,6 Prozent. Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft tragen ärmere Haushalte und Rentner die Hauptlast der Inflation.

Laut dem Spiegel machen sich verstärkt Verbraucherzentralen für gezielte Steuersenkungen stark. Der Vorsitzende Klaus Müller der Dachorganisation Verbraucherzentrale Bundesverband e. V. sagte gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe:

"Wir fordern eine Steuersenkung für Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte." 

Dies könne "ein guter und gesunder Ausgleich" für die Inflation sein, der bei einer Realisierung auch den "Umstieg auf klimafreundliche Produkte erleichtert". Im Gegensatz zu anderen EU-Staaten wie Polen wurden allerdings von der neuen "Ampel"-Regierung in Berlin bislang keine derartigen Pläne bekannt gegeben.

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