Deutschland

Inflation steigt im November auf über fünf Prozent

Wie das Statistische Bundesamt am Montag nach ersten Schätzungen mitteilte, stieg die Inflation im November im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,2 Prozent. Die letzte Teuerungsrate von fünf Prozent wurde im September 1992 gemessen.
Inflation steigt im November auf über fünf ProzentQuelle: www.globallookpress.com © McPHOTO

Die Inflation in Deutschland steigt weiter und hat erstmals seit dem Jahr 1992 die Fünf-Prozent-Marke überschritten. Wie das Statistische Bundesamt am Montag in einer ersten Schätzung mitteilte, erhöhten sich die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,2 Prozent. Eine Teuerungsrate von mehr als fünf Prozent hatte das Amt zuletzt im September 1992 mit damals 5,0 Prozent ermittelt. Den vorläufigen Daten zufolge sanken die Preise im Vergleich zum Oktober 2021 um 0,2 Prozent.

Besonders teuer für die Verbraucher waren vor allem die Energiepreise: Auch im November mussten Menschen hierfür besonders tief in die Tasche greifen. Getrieben werden die Energiepreise im Rahmen der weltweiten Konjunkturerholung nach der Corona-Krise des Jahres 2020. Innerhalb eines Jahres verteuerte sich Haushaltsenergie um 22,1 Prozent. Der Preisanstieg beschleunigt sich damit weiter. Im Oktober waren die Energiepreise gegenüber dem Vorjahr um 18,6 Prozent gestiegen und im September um 14,3 Prozent.

Auch die Rücknahme der temporären Mehrwertsteuersenkung macht sich mittlerweile immer deutlicher bemerkbar. Seit Januar 2021 gelten wieder die vollen Mehrwertsteuersätze, Waren und Dienstleistungen werden dadurch tendenziell teurer. Hinzu kommen Materialmangel und Lieferengpässe sowie die Einführung der CO2-Abgabe Anfang 2021.

Die Inflationsrate gilt als wichtiger Gradmesser für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Notenbank strebt für den Währungsraum eine jährliche Teuerungsrate von zwei Prozent an, ist jedoch bereit, eine moderates Über- oder Unterschreiten dieser Marke zumindest zeitweilig zu akzeptieren. Aus Sicht der Notenbank soll der jetzige Preisanstieg nur vorübergehend sein. EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel sagte gegenüber dem ZDF:

"Wir gehen davon aus, dass im November der Höhepunkt der Inflationsentwicklung erreicht ist und dass die Inflation im kommenden Jahr wieder allmählich zurückgehen wird, und zwar in Richtung unseres Inflationsziels von zwei Prozent."

Man rechne damit, dass die Inflationsrate zu Beginn des kommenden Jahres wieder sinken soll, da unter anderem der Sondereffekt aus der Mehrwertsteuersenkung entfalle. Prognosen zufolge gehe man davon aus, dass die Inflation im kommenden Jahr sogar unter zwei Prozent sinken könne. Schnabel betonte, dass sich die EZB der "Preisstabilität verpflichte". Wenn man sehe, dass sich die Inflation dauerhaft auf ein höheres Niveau als zwei Prozent festsetzen könne, werde man "natürlich ganz entschlossen reagieren". Kritiker werfen der EZB vor, die Inflation anzuheizen, weil die Notenbank über Anleihekäufe Milliarden in die Märkte pumpt. Zudem hält die EZB die Zinsen seit Jahren auf einem Rekordtief.

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(rt/dpa)

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