Deutschland

Das E-Fahrzeug: Klimafreundlich, bis es brennt

Das Thema schwelt schon lange vor sich hin, aber jetzt, nach mehreren Bränden in Busdepots, erreicht es ein breiteres Medienecho: die Brandgefahren von Elektrofahrzeugen. Aber auch Elektro-Pkw sind brandgefährlich. Passende Löschtechniken sind erst in der Entwicklung.
Das E-Fahrzeug: Klimafreundlich, bis es brenntQuelle: Reuters © Ammar Awad TPX

Die Stadt München hat ihre Elektrobusse vorerst aus dem Verkehr gezogen, bis die Ursachen mehrerer Brände in Busdepots geklärt sind. Neben dem Brand in Stuttgart im September, bei dem 25 Busse komplett ausbrannten, waren es in diesem Jahr zwei weitere Brände in Busdepots in Hannover und Düsseldorf, bei denen zumindest der Verdacht besteht, dass E-Busse der Auslöser waren.

Es kommt immer wieder zu Brandfällen bei der Aufladung der Fahrzeuge; das gilt auch für gewöhnliche private Pkw-Elektroautos. Da sich bei solchen Bränden höhere Temperaturen entwickeln und die Batterie sie mit Sauerstoff versorgen, sind diese Brände schwerer zu löschen als die gewöhnlicher Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.

Zudem ist die beim Pkw unter dem Chassis liegende Batterie schwer zu erreichen. Solche E-Pkw haben die Feuerwehren daher bisher nach Möglichkeit in wassergefüllten Containern versenkt, um den Brand der Batterie zu löschen. Bei Bussen sind die Batterien oben auf dem Dach angebracht; damit sind sie etwas leichter zugänglich.

Zwei Städte haben auf die Brandgefahren inzwischen damit reagiert, dass sie Tiefgaragen für Elektroautos sperrten: Kulmbach in Bayern und Leonberg in Baden-Württemberg. Das zusätzliche Problem in den Tiefgaragen besteht darin, dass schweres Gerät, das gebraucht wird, um ein Auto in einen Container zu heben – oder auch nur, um es aus der Garage zu schleppen –, gar nicht in Tiefgaragen einfahren kann, weil die Decken zu niedrig sind. Der geringe Abstand, in dem die Wagen geparkt sind, erhöht außerdem die Gefahr, dass der Brand auf weitere Fahrzeuge übergreift; und auch die giftigen Dämpfe, die dabei entstehen können, können aus Tiefgaragen nicht abgeleitet werden.

Es gibt zwar erste Ansätze, die mit Elektrofahrzeugbränden verbundenen Probleme zu lösen; eine österreichische Firma brachte z. B. jüngst ein Löschsystem auf den Markt, das Batteriebrände löschen kann, ohne wesentlich mehr Wasser zu verbrauchen als für ein normales Fahrzeug.

Aber viele Fragen harren noch der Lösung. Für Tiefgaragen wird überlegt, jedes Fahrzeug in einer abgetrennten Kabine mit eigener Löscheinrichtung unterzubringen. Ob die Betreiber öffentlicher Tiefgaragen aber diese Investitionen stemmen wollen und wie viel dann das Parken in einer solchen kosten würde, ist noch völlig offen.

Dazu kommt eine weitere Frage, die die Brände in den Busdepots aufgeworfen haben, die aber ebenso für Tiefgaragen gelten dürfte – ganz egal, ob öffentlich oder privat: Welche Versicherungskosten werden durch diese Brände ausgelöst? Und welche Versicherungsleistungen sind abgedeckt?

Statistisch sollen Elektrofahrzeuge zwar nicht häufiger brennen als andere auch, aber es kommt immer wieder zu größeren Bränden; in den USA erwischte es jüngst eine komplette Werkstatt, in der 25 Pkw der Marke Tesla zur Reparatur standen. Und Hyundai musste 80.000 Elektroautos in die Werkstatt rufen – wegen Brandgefahr.

In Stuttgart konzentrieren sich die Brandermittler inzwischen auf ein bestimmtes Busmodell von Daimler. Da sie die ausgebrannte Halle wegen Einsturzgefahr immer noch nicht betreten können, untersuchen sie, wann beim Laden des darin verbauten Batterietyps Überhitzung auftritt.

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