
Der Fall Gil Ofarim: Videoaufnahmen lassen Zweifel an seinen "Antisemitismus"-Vorwürfen aufkommen

Der Fall Gil Ofarim hat eine neue dramatische Wendung genommen. Beim Einchecken im Westin Hotel in Leipzig am Abend des 4. Oktober behauptete der Musiker, er habe sehr lange warten müssen, bevor er einchecken durfte. Ofarim sagte, dass er in einer langen Schlange stand und dass immer wieder andere Personen vorgezogen wurden. Auf seine Nachfrage, warum dies geschah, behauptete Ofarim, das Hotelpersonal habe von ihm verlangt, seine Davidstern-Halskette abzulegen, wenn er einchecken wolle. Laut Ofarim sagte der Hotelangestellte Herrn W. zu ihm:
"Packen Sie Ihren Stern ein, dann dürfen Sie ins Hotel einchecken."

Der Davidstern ist ein Symbol für den jüdischen Glauben und schmückt Synagogen seit dem Mittelalter. Die Nazis benutzten ihn, um Juden öffentlich zu stigmatisieren. Ofarim, der Sohn eines israelischen Musikers, ist auch als Sänger der Bands Zoo Army und Eight bekannt.
Ofarim machte schließlich auf Instagram seinem Ärger Luft und veröffentlichte ein Video:
Gil #Ofarim will im #Westin Hotel Leipzig einchecken.Zuerst muss er lange warten, dann geben ihm zwei Mitarbeiter zu verstehen, dass er erst seinen "Stern" wegpacken soll.Ungeheuerliche Vorgänge in einem Land des "nie wieder".Wer sind diese Mitarbeiter?#Antisemitismuspic.twitter.com/TcEYEojROY
— Christian Horst (@chr_horst_hh) October 5, 2021
Es endet mit den Worten:
"Wirklich? Deutschland 2021."
Viele reagierten rasch auf die Behauptungen von Ofarim und drückten ihre Solidarität aus, ohne die andere Seite der Geschichte zu hören.
Ich möchte in keinem Land leben, in dem jüdische Menschen sich nicht zu ihrem Glauben bekennen dürfen. Ich möchte in keinem Land leben, in dem man den Davidstern verstecken soll. Das ist eine Schande! https://t.co/d0BgXHkNj7
— Marco Buschmann (@MarcoBuschmann) October 5, 2021
#stehauf gegen #Antisemitismus und Judenhass. Solidarität mit @GilOfarim. ✡️ https://t.co/1tqM1dLSvnpic.twitter.com/3eprtTKw19
— Paul Ziemiak (@PaulZiemiak) October 5, 2021
Dr. Schuster: "Die antisemitische Anfeindung gegen @GilOfarim ist erschreckend. So wie zu hoffen ist, dass das @westin personelle Konsequenzen zieht, hoffe ich ebenso, dass wir künftig auf Solidarität treffen, wenn wir angegriffen werden." #Antisemitismuspic.twitter.com/cMsyKd7SH6
— Zentralrat der Juden in Deutschland (@ZentralratJuden) October 5, 2021
Das ist ein unfassbarer Fall von Antisemitismus und in der Tat ein Verstoß gegen das AGG. Eine rasche Antwort des Hotels ist überfällig. Aus unserer Sicht kann das nicht folgenlos bleiben. @Westin#Antisemitismushttps://t.co/h3viN0ZOrw
— Antidiskriminierung (@ADS_Bund) October 5, 2021
Andere hingegen bestanden darauf, zunächst beide Seiten zu hören und forderten die Freigabe der Beweise, bevor Menschenleben ruiniert würden. Ein Kommentator merkte an, dass Ofarims Geschichte sehr verdächtig und ähnlich wie die des inzwischen in Ungnade gefallenen US-amerikanischen Schauspielers Jussie Smollet klang, der einst fälschlicherweise behauptet hatte, er sei in Chicago von rassistischen Homophoben angegriffen worden, um Sympathien zu gewinnen, um seine Schauspielkarriere zu fördern.
Schrecklich, wenn das so passiert ist, wie @GilOfarim es behauptet. Ich möchte aber erst die Beweise sehen, bevor irgendjemand @Westin seine Karriere deswegen zerstört wird. Denk mal an Jussie Smollett. Sicherlich hat Westin eine Kamera in der Hotellobby. Zeugen? #GilOfarimhttps://t.co/cJjT3aUrew
— Thomas Penn (@ThomasJPenn) October 5, 2021
ALSO wenn das genau so stattgefunden hat, dann geht das mal absolut gar nicht!ABER liebe @ADS_Bund auch an euch: Keine wilden Anschuldigungen bevor der Sachverhalt geklärt ist!Oder wollt ihr euch etwa lieber am Shitstorm beteiligen, statt nüchtern und distanziert zu bleiben?
— Dark Seagull (@darkseagull) October 5, 2021
Die Polizei leitete damals Ermittlungen ein und zwei Westin-Hotelangestellte wurden vorläufig suspendiert.
Die Hotelangestellten schilderten die Situation gegenüber Bild anders. Der Mitarbeiter Herr W. habe drei Gäste vorgelassen. Ofarim sei wütend geworden, es sei zu einem "Wortgefecht" gekommen. Er wurde daraufhin aufgefordert, das Hotel zu verlassen.
Ofarims Managerin Yvonne Probst dementierte dies jedoch. Sie sagte dazu:
"Gil sagt, dass es nicht so war. Dass es mit seinem Davidstern zu tun hat, hat er sich nicht ausgedacht. Er sagt, das ist immer das Problem mit dem Antisemitismus, dass dann Aussage gegen Aussage steht. Er hat definitiv nicht gehetzt."
Der beschuldigte Hotelangestellte erstattete daraufhin Anzeige wegen Verleumdung und Bedrohung. Er hatte den Vorfall "deutlich abweichend von den Aussagen des Künstlers" geschildert. Darüber hinaus hatten sich Menschen in den sozialen Netzwerken völlig entfesselt gegen das Hotelpersonal geäußert.
Nachdem der Hotelangestellte Anzeige gegen Ofarim erstattet hatte, stellte der Sänger daraufhin selbst Strafanzeige gegen den Angestellten. Dies teilte er am Dienstag auf Instagram mit.
Doch jetzt gibt es gravierende neue Entwicklungen in der Ofarim-Affäre. Medienberichten zufolge liegen nun Auswertungen von tonlosen Videos der Überwachungskamera vor, die die Frage aufwerfen, ob Gil Ofarim die Davidsternkette überhaupt sichtbar um den Hals trug.
Die Auswertung der Überwachungsvideos könnte einen Wendepunkt in dem Fall bringen. Wie unter anderem die Leipziger Volkszeitung unter Berufung auf Polizeikreise berichtet, erhärtet sich der Verdacht, dass Gil Ofarim die Kette mit dem Davidstern zum Zeitpunkt seines Aufenthalts im Hotel nicht sichtbar um den Hals getragen hat.
Gegenüber Bild am Sonntag sagte Ofarim nun, er könne sich nicht mehr daran erinnern, ob er die Kette an dem Abend im Hotel sichtbar getragen habe oder nicht.
Der Bild am Sonntag sagte Ofarim auf Nachfrage:
"Es geht nicht um die Kette. Es geht eigentlich um etwas viel Größeres."
Der neue Videobeweis löste in den sozialen Medien einen Shitstorm aus.
Neue Entwicklungen in der Causa #GilOfraim: Jetzt veröffentlichte Kameraaufnahmen zeigen, dass er entgegen eigener Darstellung seine Davidstern-Kette gar nicht offen im Hotel trug + statt eines angeblichen Herrn W. waren an der Rezeption nur Frauen bei seinem Check-In anwesend... pic.twitter.com/Hk9ub6QtU6
— Florian Warweg (@FWarweg) October 17, 2021
Der Musiker Gil Ofarim (vorbestraft wegen Körperverletzung) hat sich die ganze Geschichte über einen antisemitischen Rauswurf wegen seines Davidsterns offenbar nur ausgedacht. Auf einem Überwachungsvideo ist zu sehen, dass er diesen im Hotel überhaupt nicht getragen hat. pic.twitter.com/DA0Jzujhge
— Gegenmeinung 🇩🇪 (@GegenmeinungX) October 16, 2021
Schade eigentlich, dass man die Gesichter dieser Haltungs-Beamten heute nicht sehen kann.(Das kann jedenfalls nicht folgenlos bleiben.):)#GilOfarimhttps://t.co/i8iy0PpEiB
— Hartes Geld (@Hartes_Geld) October 17, 2021
"Herr W"... stimmt eigentlich irgendwas an dieser Geschichte? #GilOfarimpic.twitter.com/Rj4NE0rTrr
— Aloisius Hildiswinius (@AloisiusDerNeue) October 17, 2021
Übrigens, ganz vorne dabei bei den Vorverurteilungen ohne jegliche Beweise: Die Anti-Diskriminierungsstelle des Bundes.Deutschland, 2021. #gilofarimpic.twitter.com/zOpisCkvmb
— nittom (@nittom) October 17, 2021
Die Leipziger Polizei habe laut Bild mittlerweile "ernstzunehmende Zweifel", dass sich der Vorfall so abgespielt hat, wie der Sänger in seiner Instagram-Story berichtete. Die Polizei untersucht den Vorfall weiter.
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