Deutschland

"Übertriebene Toleranz gegenüber Islamisten" – ZDF stellt antisemitische Autorin ein

Die Berliner Poetry-Slammerin Feyza-Yasmin Ayhan nahm an einer Hamas-Veranstaltung teil, verbreitete eine antisemitische Karikatur und forderte das Ende des Staates Israel. Das ZDF stellte sie ein. RT DE führte ein Interview mit Irfan Peci, der den Fall Nemi El-Hassan enthüllte. Er spricht von "übertriebener Toleranz".

Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt ist die Berlinerin Feyza-Yasmin Ayhan unter ihrem Künstlernamen Yasmin Poesy. In der Vergangenheit verbreitete sie in den sozialen Medien eine Karikatur, welche einen Juden mit Hakennasen zeigt. Trotz dieses Vorfalls wurde sie vom ZDF als Autorin für das Format "Barrys Barbershop" engagiert. Neben der Verbreitung der antisemitischen Karikatur nahm Ayhan an einer Veranstaltung der Hamas-nahen "Deutschen Jugend für Palästina" teil. Diese fordert das Ende des Staates Israel. 

Der Fall Ayhab folgt auf den ähnlich gelagerten Fall um die Journalistin Nemi El-Hassan, die infolge antisemitischer Verfehlungen auf Druck der Öffentlichkeit ihre geplante Tätigkeit als Moderatorin beim WDR verlor. Sie sollte dort die Sendung Quarks moderieren.

Von der Teilnahme an der sieben Jahre zurückliegenden Al-Kuds-Demonstration hatte sich El-Hassan bereits distanziert. Gleichwohl führte die Befürwortung problematischer Beiträgen im Netz und die öffentliche Empörung schließlich dazu, dass sich der Sender gegen sie entschied. RT DE sprach dazu mit Irfan Peci, der den Fall El-Hassan enthüllte.

Irfan Peci leitete als 17-Jähriger das deutschsprachige Propaganda-Programm von Al-Kaida. Nach seiner Verhaftung als 19-Jähriger erhielt er ein Angebot, als V-Mann für den Verfassungsschutz tätig zu werden und sich gegen die Radikalisierung junger Muslime einzusetzen. Heute gilt Peci als entschiedener Islamkritiker. Er machte die Bilder von El-Hassan auf der Demonstration öffentlich. 

RT DE: Herr Peci sieht in der Wiederholung des Falls die Bestätigung, dass man bei den Öffentlich-Rechtlichen nichts aus dem Fall El-Hassan hinzugelernt hat. Er ist davon überzeugt, dass sich solche Fälle weiterhin wiederholen werden: 

Peci: "Sonderlich wundern tut es mich nicht, weil ich ja die Strukturen auch so von innen kenne. Und es da einfach an Bewusstsein fehlt. Das ist nicht der erste Fall und es wird auch nicht der letzte Fall sein. Ich finde, gerade der Fall Nemi El-Hassan hat gezeigt, dass man das eigentliche Problem nicht wirklich verstanden hat. Das war mehr so ein: 'Ja jetzt wurden wir dabei ertappt.' Erst auf öffentlichen Druck hin (...) hat man versucht es am Anfang zu relativieren, runterzuspielen." 

Übertriebene Toleranz gegenüber Islamisten 

Auf die Frage unseres Journalisten, ob der öffentlich-rechtliche Rundfunk seine Mitarbeiter vor der Einstellung genauer unter die Lupe nehmen sollte oder dies eine unangemessene Gesinnungsprüfung wäre, äußerte Peci, es komme darauf an, was für die Arbeit relevant ist: 

"Wenn's um extremistische Ideologien geht, ob jetzt der Mitarbeiter rechtsextrem, linksextrem, Islamist, oder sonst was ist, dann ist das natürlich relevant. Es ist ja auch nicht so, dass da gar nicht drauf geschaut wird. Ich würde behaupten, bei den kleinsten Anzeichen, die nicht in Richtung Rechtsextremismus gehen, sondern nur in Richtung rechts, hat man schon quasi keine Chance dort angestellt zu werden. Aber diese übertriebene Toleranz, diese falsche Toleranz gegenüber Islamisten sorgt eben dafür, dass man dann Leute (einstellt), obwohl es Anzeichen gibt, dass diese Abwehrmechanismen nicht funktionieren. 

Das ZDF versucht den Fall zu ignorieren

RT DE: Die Folgen Ihrer Enthüllung beim Fall Nemi El-Hassan war, dass sie nun für Quarks nicht mehr als Moderatorin, sondern nur noch als Autorin arbeiten wird. Stellt das in Ihren Augen eine zufriedenstellende Aufarbeitung dar?

Peci: "Ja, so ganz konsequent ist das natürlich nicht. Also, ich finde, es ist besser als gar nichts. Es ist besser, als dass sie trotzdem Moderatorin geworden wäre, wozu ja auch viele aufgerufen haben. Es gab Unterstützerbriefe von über 200 Leuten, viele davon Prominente, die nicht mal das als Konsequenz akzeptieren, dass sie Moderatorin wird. Ich würde sagen, es ist ein Teilerfolg. Es ist natürlich nicht konsequent. Konsequent wäre, dass sie allgemein dort auch nichts in der Redaktion zu sagen hätte. Aber ich sag mal so: In der heutigen Zeit und beim WDR muss man eigentlich auch froh darüber sein, dass überhaupt etwas in die Richtung passiert." 

Im Falle des Skandals um Feyza-Yasmin Ayhan rechnet Peci nicht mit Konsequenzen. MTV hat die Kooperation mit der Künstlerin nun aufgekündigt, ansonsten sei es allerdings auffällig ruhig. Das ZDF wolle den Fall prüfen. Es werde alles getan, dass es Personen wie Peci oder Medien wie die Bild-Zeitung nicht gelinge, Druck auszuüben und solche Fälle an die Öffentlichkeit zu bringen. Eine Aufmerksamkeit wie im Fall El-Hassan wird Ayhan nicht zuteil.

Es bestehe daher die Gefahr, dass sie ihre islamistische und antisemitische Gesinnung in die Arbeit einfließen lasse. Die Öffentlichkeit hat ein Recht mitzuentscheiden, was die Öffentlich-Rechtlichen präsentieren, da sich diese schließlich aus Geldern der Gebührenzahler finanzieren, so Peci:

"Wieso sollte eine Antisemitin oder Islamistin mit unseren Geldern dafür bezahlt werden? Sie kann natürlich behaupten, was sie will und das ZDF kann behaupten was es will. Aber natürlich wird ihre politische Einstellung auf irgendeine Art in ihre Arbeit bei den Öffentlich-Rechtlichen einfließen." 

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