Deutschland

Deutscher Journalistenpreis: "Welt"-Artikel trotz gerichtlich untersagter Falschaussagen prämiert

Die Jury des Deutschen Journalistenpreises hat einen Artikel der Zeitung "Die Welt" über angebliche chinesische Propaganda ausgezeichnet, dessen ursprüngliche Version verfälschte Zitate und frei erfundene Aussagen enthielt. Der Beitrag musste aufgrund eines Gerichtsurteils geändert werden. Eine Social-Media-Aktivistin hatte sich gegen den Artikel erfolgreich gewehrt - und ist jetzt empört.
Deutscher Journalistenpreis: "Welt"-Artikel trotz gerichtlich untersagter Falschaussagen prämiertQuelle: www.globallookpress.com © Christian Ohde/imago stock&people

Der diesjährige Deutsche Journalistenpreis (djp) im Bereich "IT & Kommunikation" ist an den Beitrag "Chinas heimliche Propagandisten" verliehen worden, der in der Welt erschien.

Dabei hatte die Pressekammer des Landgerichtes Frankfurt in einem einstweiligen Verfahren geurteilt, dass die Welt umstrittene Aussagen in dem Artikel zu der Social-Media-Aktivistin Navina Heyden nicht wiederholen darf. Heyden hatte der Zeitung vorgeworfen, Aussagen aus einem Gespräch ohne Rücksprache zitiert sowie ihre Aussagen verfälscht und frei erfunden zu haben. Im Gespräch mit RT DE zeigten sich Navina Heyden und ihr Freund empört und erhoben schwere Vorwürfe:

"Diese Entscheidung ist in meinen Augen ein Skandal. Das Landgericht Frankfurt hat entschieden, dass der Artikel falsche Tatsachenbehauptungen enthält."

Solche Behauptungen würden laut Heyden nicht aus Fahrlässigkeit entstehen. Ihrer Ansicht nach müsste dieses juristische Urteil eigentlich den gesamten Artikel für jegliche Nominierungen disqualifizieren.

"Dies spiegelt die Moralität und mangelnde Professionalität der Journalisten und des Axel-Springer-Verlags wieder."

Nach der Preisverleihung habe Heyden alle Jury-Mitglieder sofort angeschrieben, bisher jedoch keine Reaktion erhalten (Stand: 07. Oktober 2021). Sie erklärte:

"Die Jury scheint überhaupt kein Interesse daran zu haben, diesen Fehler zu beheben."

Für sie sei dies ein Zeichen, dass der djp nichts zu bedeuten habe. Es werde der Eindruck geweckt, dass man immer belohnt werde, solange man China und Russland angreift, unabhängig davon, ob die Vorwürfe wahr sind oder nicht.

"Dieser Artikel hat fast nichts mit IT oder Kommunikation zu tun. Da hier aber China angegriffen wurde, hat dies wohl keine Rolle gespielt."

Als "Opfer" des Artikels verdiene sie zumindest eine Erklärung, wie und warum ausgerechnet dieser "rechtswidrige Artikel" mit dem Preis ausgezeichnet wurde, so Heyden.

Derzeit überprüfe ihr Anwalt, ob bei der Preisverleihung die ursprüngliche Version des Artikels, die das Gericht beanstandet hatte, berücksichtigt wurde und ob sich daraus Vertragsstrafen und Ordnungsgelder ergeben.

Der in der ursprünglichen Version des Artikels erwähnte Lebenspartner Heydens schrieb RT DE, dass beide vorhätten, eine internationale Petition zu starten, um die Jury und die Organisatoren des Preises aufzufordern, den Preis an die Welt zurückzuziehen. Zugleich plane er als Opfer eines "verleumderischen Artikels", vor einem chinesischen Gericht einen weiteren Prozess anzustreben.

Heydens Lebenspartner erhofft sich von diesen rechtlichen Schritten, die chinesische Regierung zur Regulierung und Sanktionierung solcher "toxischen Medienagenturen wie Axel Springer" zu bewegen. Allerdings gehört zu den Sponsoren des Journalistenpreises auch das chinesische Telekommunikationsunternehmen "Huawei". Auf der Seite des "Deutschen Journalistenpreises" heißt es:

"Der Deutsche Journalistenpreis wird unterstützt von den djp-Partnern BASF, Daimler, DWS, HSBC, Huawei, HypoVereinsbank,  Pictet, Randstad und SIGNAL IDUNA."

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