Deutschland

Frankfurt (Oder) auf neuer Migrantenroute? – Immer mehr Asylsuchende an deutsch-polnischer Grenze

Die Zahl der illegalen Grenzübertritte nach Brandenburg entlang der deutsch-polnischen Grenze hat nach Angaben der Bundespolizei in den vergangenen beiden Monaten stark zugenommen. Immer mehr Menschen würden versuchen, von Weißrussland über Polen nach Deutschland zu gelangen.
Frankfurt (Oder) auf neuer Migrantenroute? – Immer mehr Asylsuchende an deutsch-polnischer GrenzeQuelle: www.globallookpress.com © Patrick Pleul / dpa-Zentralbild

Nach Angaben der Bundespolizei würden in den vergangenen Monaten immer mehr Menschen versucht haben, illegal über die deutsch-polnische Grenze nach Brandenburg in Deutschland einzureisen. Sie sollen vor allem aus dem Irak, dem Jemen, Syrien oder Iran stammen. Allein am vergangenen Wochenende hätten die Grenzbeamten in Frankfurt (Oder) 251 unerlaubte Grenzübertritte festgestellt. Dies sei ein Höchstwert, teilte die Bundespolizei am Montag mit.

Die Menschen kamen von Weißrussland über Litauen und Polen. Im August hätten die Behörden 225 und im September 1.305 illegal Eingereiste aufgegriffen. Laut Innenministerium sind im September sechsmal so viele Migranten wie im August auf Brandenburger Seite entdeckt worden.

Auch diese Woche berichtet die Bundespolizei via Kurznachrichtendienst Twitter wieder von weiteren Migranten, die ohne "erforderliche Dokumente" wie eine gültige Aufenthaltsgenehmigung aufgegriffen wurden.

Laut einem Bericht von rbb24 gehen die Behörden davon aus, dass sich die Zahl der Flüchtlinge, die über diese Route versuchen würden, nach Deutschland zu gelangen, in nächster Zeit noch weiter erhöhen werde. Die Route von Minsk nach Brandenburg würde laut rbb nur etwa drei Tage in Anspruch nehmen. Demnach würden die Schleuser die Menschen überwiegend bis an die Grenze auf der polnischen Seite fahren und sie dort absetzen. Danach müssen die Menschen allein weiter zu Fuß – etwa über die Grenzbrücke oder gar über die Eisenbahnbrücke – nach Frankfurt (Oder) laufen, wo sie Asyl beantragen sollen.

Innerhalb der Behörden würde man daher laut rbb bereits von einer "alternativen Route" sprechen, neben dem Weg über mehrere Westbalkan-Staaten. Im Gegensatz zu dieser relativ kurzen Wegstrecke von Minsk bis nach Deutschland braucht man über die südosteuropäische Route deutlich länger, laut Schätzungen bis zu 30 Tage. Zudem werden die EU-Grenzen etwa in Kroatien oder Slowenien stärker bewacht und sind inzwischen in weiten Teilen mit Stacheldraht abgedeckt.

Mehr zum Thema - Flüchtlinge auf der Balkanroute: Die Überforderung von Bosnien-Herzegowina

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