Deutschland

Söder zum Einheitstag: "Für die Freiheit auf die Straße zu gehen, war eine unglaubliche Leistung"

Zum Tag der Deutschen Einheit gedenkt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder "vor allem den Menschen in der ehemaligen DDR, die für ihre Freiheit friedlich demonstrierten" sowie Franz Josef Strauß, der als "Visionär" genau zwei Jahre vor der Einheit gestorben ist – das überzeugt nicht alle.
Söder zum Einheitstag: "Für die Freiheit auf die Straße zu gehen, war eine unglaubliche Leistung"Quelle: www.globallookpress.com © Sven Hoppe

Neben Twitter ist Bayerns Ministerpräsident Markus Söder auch gern auf Facebook präsent. Am Sonntag schrieb er dort zum Tag der Deutschen Einheit:

"Die Wiedervereinigung verdanken wir vor allem den Menschen in der ehemaligen DDR, die für ihre Freiheit friedlich demonstrierten. Für die Freiheit auf die Straße zu gehen, war eine unglaubliche Leistung der Menschen. Danke und Anerkennung für diesen großen Mut. So war die friedliche Revolution ohne einen einzigen Schuss möglich. Dies dürfen wir niemals vergessen."

Die Kommentare ließen nicht lange auf sich warten und kritisierten Söders ambivalentes Verhältnis zur Freiheit. Ein Nutzer schrieb:

"Scheinheiliger Söder: Ausgangssperren, Grenzschließungen, Gesellschaft spalten, Kinder drangsalieren und hier die hehren Worte predigen – hätte er mal besser geschwiegen ..."

Eine andere Nutzerin erwiderte:

"Provozieren können Sie! Wenn Menschen heute für ihre Freiheit auf die Straße gehen und demonstrieren, was passiert nochmal? Ach ja, das sind Querdenker, Rechte, Aluhutträger? Versammlungsverbote? Ja, richtig, DANKE und Anerkennung an die Menschen, die für die Freiheit kämpfen!"

Gleichzeitig gedachte Söder bei Facebook dem langjährigen CSU-Vorsitzenden und "Visionär" Franz Josef Strauß:

"Wir gedenken Franz Josef Strauß, der heute vor 33 Jahren, genau zwei Jahre vor der deutschen Wiedervereinigung, verstorben ist. Er hätte sich sehr gefreut, die Einheit noch selbst zu erleben."

Darauf erwiderte eine Nutzerin:

"All unsere alten verstorbenen Politiker würden doch in der heutigen Zeit als Rechte bezeichnet. Egal ob FJS, Schmidt oder Willi Brandt usw., denn diese sind noch für ihr Land eingestanden und haben sich nicht von den anderen Ländern abzocken lassen.
Heute ist das so, dass fürs Ausland eigentlich mehr getan wird als fürs Volk selber. Sie waren alle keine Heiligen, ne ganz bestimmt nicht, aber für sie war Deutschland wichtig."

Auch anderen gedachten der deutschen Einheit. So kritisierte die AfD-Vorsitzende Alice Weidel die zunehmende Spaltung der Gesellschaft:

"31 Jahre nach der #Wiedervereinigung ist #Deutschland erneut gespalten: In Ost und #West, in 'hell' und 'dunkel', in #Impfgegner und -befürworter oder in 'Klimaleugner' und 'Klimaschützer'."

Dietmar Bartsch von der Linken wies dagegen auf das nach wie vor existierende Lohngefälle zwischen Ost- und Westdeutschland hin:

"31 Jahre nach der deutschen Einheit sind wir bei Löhnen meilenweit von 'Einheit' entfernt: Im Osten arbeitet jeder dritte Beschäftigte im Niedriglohnsektor."

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