Deutschland

"Die Rente ist sicher" – Deutsche Bahn und Lokführergewerkschaft GDL erzielen Einigung

Im andauernden Tarifkonflikt haben die GDL und die Deutsche Bahn eine Einigung erzielt. Weitere Streiks sind damit abgewendet. Vertreter beider Seiten, GDL-Chef Claus Weselsky und Bahn-Personalvorstand Martin Seiler, zeigten sich zufrieden mit dem Kompromiss.
"Die Rente ist sicher" – Deutsche Bahn und Lokführergewerkschaft GDL erzielen EinigungQuelle: Reuters © REUTERS/Michele Tantussi

Nach dem Abschluss der Tarifverhandlungen der Deutschen Bahn mit der Lokführergewerkschaft GDL haben sich die Beteiligten erleichtert gezeigt. "Der gordische Knoten ist gelöst", sagte Bahn-Personalvorstand Martin Seiler. Der Brückenschlag zwischen Kunden, Mitarbeitern und Unternehmen sei gelungen. Gewerkschaftschef Claus Weselsky sprach von einem guten Kompromiss. "Die Rente ist sicher", sagte er mit Blick auf eine Verständigung zu den Betriebsrenten. "Ich fühle mich wohl", so Weselsky.

In ihrem festgefahrenen Tarifkonflikt hatten GDL und Deutsche Bahn überraschend eine Einigung erzielt, wie beide Seiten bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Donnerstag in Berlin mitteilten. Weitere Streiks sind damit abgewendet. Demnach gibt es eine Lohnerhöhung von 3,3 Prozent in zwei Stufen bei einer Laufzeit von 32 Monaten. Zudem erhalten die Beschäftigten insgesamt zwei Corona-Prämien – zum 1. Dezember 2021 von 300 bis 600 Euro und zum 1. März 2022 weitere 400 Euro.

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Auch die Ministerpräsidenten von Niedersachsen und Schleswig-Holstein, Stephan Weil (SPD) und Daniel Günther (CDU), haben in dem Tarifkonflikt vermittelt. Sie seien vom Deutschen Beamtenbund und dem Deutschen Gewerkschaftsbund angesprochen worden, sagte Weil. Alle im Unternehmen könnten sich über das Ergebnis freuen. "Jetzt können sich Daniel Günther und ich wieder unseren Regierungsgeschäften und dem Wahlkampf widmen."

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer lobte die Vermittlerrolle von Günther und Weil. "Entscheidend war ein Ergebnis, und da danke ich allen Seiten", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. "Das ist für die Fahrgäste und für die Lieferketten im Güterverkehr ein wichtiges Signal für Deutschland." Mit Blick auf die Tarifautonomie sagte Scheuer: "Ich habe mich nicht eingemischt, aber ich habe mich gekümmert."

GDL-Chef Weselsky und Bahn-Personalvorstand Seiler sprachen von einem vernünftigen Kompromiss, der die Bedürfnisse des Personals, die Folgen der Corona-Krise und Planbarkeit für das Unternehmen berücksichtige.

Die Bahn war den Lokführern am Wochenende entgegengekommen und hatte eine zusätzliche Entgeltkomponente in Aussicht gestellt. Die GDL hatte ihren dritten und bisher längsten Streik in dieser Tarifrunde am Dienstag vergangener Woche beendet. Vorige Woche hatte die Gewerkschaft aber damit gedroht, Anfang dieser Woche mit der Vorbereitung des nächsten Arbeitskampfes zu beginnen, sollte das Konzernmanagement bis dahin kein verbessertes Angebot vorlegen.

Die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hatte mit der auch durch die Corona-Krise angeschlagenen Bahn bereits im vergangenen Jahr einen Sanierungstarifvertrag geschlossen. Sie hatte Anfang September angekündigt, bei einem möglicherweise höheren Tarifabschluss der Lokführergewerkschaft GDL nicht tatenlos zuzusehen und ihr Sonderkündigungsrecht zu prüfen. Bahn-Personalchef Seiler betonte, kein EVG-Mitglied dürfe schlechtergestellt werden. Dies werde man rasch mit der EVG klären.

Auch für Bahnreisende und Pendler dürfte die Einigung erleichternd sein, der Personenverkehr der Deutschen Bahn lag mehrfach in den vergangenen Wochen weitgehend lahm.

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