Deutschland

Wahlkampf im Klassenzimmer – Da geht's dann auch mal ohne Maske

Endlich durchatmen: Für einige wenige Schüler entfiel kurzzeitig die Maskenpflicht im Klassenzimmer. Grund war der hohe Besuch der Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl. Die Kinder durften den Politikern unbequeme Fragen stellen.
Wahlkampf im Klassenzimmer – Da geht's dann auch mal ohne MaskeQuelle: www.globallookpress.com © Thomas Koehler/ photothek via ww

Die Aufzeichnungen der maskenfreien Zeit in einem Klassenzimmer mit 16 ausgewählten Schülern zwischen acht und 13 Jahren wurden am Donnerstagabend bei Sat.1 unter dem Titel "Kannste Kanzleramt? Baerbock, Laschet und Scholz zurück in der Schule" ausgestrahlt. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz, Unionskandidat Armin Laschet und Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock machten mit, und die Schüler forderten sie heraus. Es wurde gesungen, Fußball, Basketball und Blockflöte gespielt. Deutlich wurde, dass die Kinder klare Antworten auf ihre Fragen forderten und kein Herumreden der Politiker akzeptierten.

Baerbock sorgte für Stimmung im Klassenzimmer. Erst musste sie in einem Spiel den Schülern Begriffe aus dem Wahlprogramm ihrer Partei erklären. Der erste Begriff war Klimaneutralität. Die Mehrheit der Schüler gab der Grünen-Politiker ein positives Feedback. Auf die Frage, ob sie während Corona auch die Schulen geschlossen hätte, wusste Baerbock keine klare Antwort zu geben. Nachdem sie sich den Fragen der Schülerinnen und Schüler gestellt hatte, klatsche und sang sie mit den Kindern das Lied "We Will Rock You". Am Ende ging es zum Fußballspielen an die frische Luft.

Entschlossen schickte eine Schülerin SPD-Kanzlerkandidat Scholz zur Tafel. Als Bundesfinanzminister bekam er eine schwierige Aufgabe und musste den Kindern die "globale Mindeststeuer" in 60 Sekunden erklären. Dafür reichte die Zeit gerade so aus. Beantworten sollte er mit einer Kelle, bei welchen Themen er cool bleibt und wann auch der ruhige Scholz einmal ausrastet. Auch auf den Wirecard-Skandal wurde Scholz von den Kindern angesprochen. Bei Wirecard bleibe er cool, weil er alles gemacht habe, was notwendig sei, damit solche Dinge in Deutschland nie wieder passieren. Er vergleicht sich mit der Polizei, die gegen die Verbrecher kämpft. Auf der Blockflöte, die man ihm reichte, brachte er nur ein paar Töne heraus.

Laschet von der Union machte den Klimakanzler und sprach von einem wichtigen Klima-Thema. Unverständnis zeigte er jedoch gegenüber einer Schülerin, die angab, vor einem Jahr ihre Ernährung umgestellt zu haben und sich nur noch vegetarisch zu ernähren. Laschet sagte, er habe viele Freunde außerhalb der Politik, denn es könne ja mal sein, dass man auch verliert. Er musste auch versuchen, den Kindern die Position seiner Partei gegen die Vermögenssteuer näherzubringen. Dazu zeichnete er eine Kurve an die Tafel, anhand derer er den Spitzensteuersatz einzeichnete. Für Spiele war hier keine Zeit.

In den sozialen Medien wurden die Auftritte kritisiert (Rechtschreibung wie im Original; Anm.):

"Abstand? Nö...!!! Maske? Nö...!!!"

"Ich dachte mir vorher 'In so einem Format kann sogar bei Laschet nichts schief gehen' naja was soll ich sagen...? Er beleidigt Kinder, erklärt Steuern falsch, läuft ohne Maske rum und hetzt gegen die Grünen..."

"Scholz war grottenschlecht bei Kindern. Hat nur Parteipolitik verkauft und Kinder manipuliert, dazu wortwörtlich Union gemobbt! Hat auch diesmal die Koalition mit den Linken zugestimmt indem er AFD und die Union als Partner ausgeschlossen!"

"Hab heute mal bei 'Kannste Kanzler Amt' auf Sat. 1 reingeschaut. War die Bearbock da, sie saß mit einer Schulklasse im Klassenzimmer, alle ohne Maske. Dann sind sie raus ins Freie gegangen und alle setzten ihre Masken auf. Kann mir diesen Irrsinn jemand erklären?"

Nach der Show hieß es auch für die Schüler wieder: Masken auf.

Mehr zum Thema - Umfragewerte der Union historisch niedrig – Kanzlerin Merkel wirbt im Bundestag für Laschet

Sehr geehrte RT DE-Leser,

wir sind auf einen neuen Dienst für die Kommentarfunktion umgestiegen.

Da wir die Privatsphäre unserer Leser respektieren und Ihre Daten nicht an eine Drittplattform übermitteln werden, müssen Sie sich erneut registrieren. Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeit und hoffen, dass sie sich weiterhin mittels der Kommentarfunktion über aktuelle Themen austauschen und informieren können.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre RT DE-Redaktion