Deutschland

Ostbeauftragter zu mangelnder Impfbereitschaft: "Ich fürchte, es wird dann kein Halten geben"

Der Ostbeauftragte Marco Wanderwitz befürchtet, dass die Inzidenzen in Ostdeutschland aufgrund der mangelnden Impfbereitschaft in wenigen Wochen höher sein könnten als im Westen Deutschlands. Für seine Aussagen erntete er wieder einmal Kritik – auch aus der eigenen Partei.
Ostbeauftragter zu mangelnder Impfbereitschaft: "Ich fürchte, es wird dann kein Halten geben"Quelle: www.globallookpress.com © Jürgen Heinrich

Wieder einmal hat der Ostbeauftragte der Bundesregierung Marco Wanderwitz (CDU) es geschafft, mit umstrittenen Äußerungen zum Thema Ostdeutsche und Corona-Impfungen für einige Kontroversen zu sorgen: Am Montag erklärte der Ostbeauftragte, der sich nach eigenen Angaben nicht als Ostdeutscher sieht, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe:

"Wenn die Schulferien in allen fünf neuen Ländern zu Ende sind, werden die Infektionszahlen mit großer Sicherheit deutlich steigen."

Gerade im Osten treffe das Virus auf eine relativ hohe Zahl an ungeimpften Personen, so Wanderwitz. Ein Faktor sei jedoch auch, dass "hier die Zahl derjenigen groß ist, die die Schutzmaßnahmen verweigern". Wanderwitz rechnet daher damit, dass die Inzidenzen im Osten in wenigen Wochen höher sein werden als im Westen:

"Ich fürchte, es wird dann kein Halten geben, und wir werden ähnlich dramatische Verhältnisse haben wie im vergangenen Herbst."

Allerdings könne sich bei einer sich verschlechternden Lage die Impfbereitschaft wieder erhöhen. Auch das Ende der kostenlosen Corona-Tests könnte dazu beitragen. In Thüringen und Sachsen hat am Montag das neue Schuljahr begonnen, damit endeten die Sommerferien in allen fünf ostdeutschen Bundesländern.

Mit seinen Äußerungen rief Wanderwitz selbst in seiner eigenen Partei Widerspruch hervor: Wolfgang Waldmüller, der Generalsekretär der CDU in Mecklenburg-Vorpommern, erklärte am Montag, dass es keine speziell ostdeutsche Angelegenheit sei, sich nicht gegen Corona impfen zu lassen:

"Die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, ist in Ostdeutschland jedenfalls nicht flächendeckend kleiner als in anderen Regionen Deutschlands."

Gerade in vielen "esoterisch angehauchten westdeutschen Milieus" gebe es ebenso eine verbreitete Impfskepsis. Bisher liegen die ostdeutschen Bundesländer Sachsen, Thüringen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt bei der Impfquote auf den letzten Plätzen. Mecklenburg-Vorpommern befindet sich auf dem zehnten Platz und liegt mit einer Quote von 63,8 beziehungsweise 60,1 Prozent bei den Erst- beziehungsweise Zweitimpfungen leicht unter dem bundesdeutschen Schnitt von 65,8 beziehungsweise 61,3 Prozent. Der Vorsitzende der AfD in Mecklenburg-Vorpommern Leif-Erik Holm warf Wanderwitz vor, eine Abneigung gegen Ostdeutsche zu hegen:

"Das Gegeneinander-Ausspielen ganzer Bevölkerungsgruppen, hier Geimpfte gegen Ungeimpfte, ist eines Mitglieds der Bundesregierung absolut unwürdig", kritisierte Holm.

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