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Chef der Freien Wähler Aiwanger: "Mobbing gegen Männer" der Grünen ist "Rassismus in Reinform"

Der stellvertretende Ministerpräsident Bayerns und Bundesvorsitzende der Freien Wähler Hubert Aiwanger zog in einem Interview Grenzen zu den anderen Parteien. Den Grünen warf er Mobbing gegen "alte weiße Männer" vor.
Chef der Freien Wähler Aiwanger: "Mobbing gegen Männer" der Grünen ist "Rassismus in Reinform"Quelle: www.globallookpress.com © Peter Kneffel

Der Chef der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, wirft den Grünen mit ihrer Gleichstellungspolitik ein "Mobbing gegen Männer" vor. "Bei denen muss man sich schon dafür entschuldigen, ein Mann zu sein. Die Grünen praktizieren keine Gleichberechtigung, sondern Mobbing gegen Männer", sagte der bayerische Wirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsident im Gespräch mit dem Tagesspiegel am Sonntag. Die Grünen seien zu einer Partei der Intoleranz geworden, so Aiwanger.

"Fleischessen verteufeln, kein Autofahren, Klima, Klima, Klima. Wir brauchen jedoch pragmatische Lösungen statt schlechtes Gewissen und Zukunftsangst." 

Um die strukturelle Benachteiligung von Frauen in der Politik abzubauen, schlägt Aiwanger vor:  "Man kann zum Beispiel die Termine von Parteiveranstaltungen familiengerechter legen und Frauen noch mehr animieren, sich auch für eine Kandidatur bereit zu erklären. Viele Frauen haben mehr auf dem Kasten als Männer, die große Reden schwingen. Nur sind Frauen oftmals zurückhaltender. Sie gehen Auseinandersetzungen oft aus dem Weg und Männer drängen sich vor. Das müssen wir in der Politik berücksichtigen." Man könne Frauen gezielt fördern, aber eine Quote sei isoliert gesehen falsch.

Den Begriff "alte weiße Männer", mit dem Kritiker eine aus ihrer Sicht privilegierte Stellung der Bevölkerungsgruppe beanstanden, bezeichnete Aiwanger als "Rassismus in Reinform". Man dürfe Männern kein schlechtes Gewissen machen, nur weil sie Männer sind. "Das ist Intoleranz gegenüber Männern."

Aiwangers Partei regiert in Koalition mit der CSU in Bayern und sitzt in einigen Landtagen. Bei der Bundestagswahl im Jahr 2017 haben die Freien Wähler ein Prozent der Stimmen bekommen und gehört damit zu den Kleinparteien.

Für kommende Wahlen hofft die Partei auf den Einzug in den Bundestag. Das will der Vorsitzende Aiwanger "mit Stimmen von vernünftigen Leuten" machen, "die von der Union nicht mehr überzeugt sind, die die AfD aber auch nicht wählen würden und die FDP nicht mögen und denen die Grünen zu ideologisch sind". Im Vergleich zur FDP charakterisierte Aiwanger die Freien Wähler folgendermaßen:  

"Die FDP will den europäischen Bundesstaat, wir sind für starke Regionen. Die FDP ist gesellschaftspolitisch linksliberaler, wir sind bodenständig und wertkonservativ. Die FDP ist eine Großkonzernpartei, die immer schon von Parteispenden gelebt hat. Wir sind mittelstandsnäher und bürgerlicher. Die FDP ist gesellschaftspolitisch im Herzen grün – nur mit gelber Krawatte."

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