Deutschland

Vita Baerbock: Hat sie auch beim Jahr des Parteieintritts gemogelt?

Vergessene Meldungen von Nebeneinkünften, Plagiatsvorwürfe, Wirbel um Promotionsstipendien. Dazu reißen die Ungereimtheiten im Lebenslauf der grünen Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock nicht ab. Nun hat sich herausgestellt, dass sie erst Ende 2005 in die Partei eingetreten ist, nicht bereits 2004.
Vita Baerbock: Hat sie auch beim Jahr des Parteieintritts gemogelt?Quelle: www.globallookpress.com © Michael Kappeler

Die Ungereimtheiten in der Vita von Annalena Baerbock reißen nicht ab. Nun berichtet die Welt am Sonntag über Material in archivierten Versionen von Internetseiten, die neue Fragen aufwerfen.

Demnach habe die Wahlbrandenburgerin auf ihrer Webseite bis vor kurzem angegeben, ihrer Partei rund eineinhalb Jahre früher  beigetreten zu sein, als es wirklich der Fall war. Auf der Internetseite fand sich laut Welt als Eintrittsdatum der Europawahlkampf im Sommer 2004. In einer archivierten Version ihrer Webseite aus dem Jahr 2009 – dem Jahr ihrer ersten Bundestagskandidatur – schrieb Baerbock: 

"Im Europawahlkampf 2004 lernte ich nicht nur meinen heutigen Ehemann kennen, sondern trat, überzeugt durch die proeuropäische Ausrichtung der Partei, den Grünen bei."

Das wurde mittlerweile korrigiert, und im Lebenslauf auf ihrer Internetseite findet sich nun das Jahr 2005 als Parteieintritt. Die Pressestelle der Grünen bestätigt dieses Eintrittsdatum. Auch auf mehreren aktuellen Grünen-Websites, etwa jener der parteinahen Heinrich-Böll-Stiftung, fand man die Angabe 2004 noch bis vor kurzem – am Dienstag jedoch nicht mehr. 

Ob es sich einmal mehr um eine Nachlässigkeit, ein Versehen oder Absicht handelt, kann nicht in Erfahrung gebracht werden. Das auch in den eigenen Reihen die Kritiker immer lauter werden, scheint eine logische Konsequenz zu sein. So erklärte die ehemalige grüne Bundestagsabgeordnete Valerie Wilms auf Twitter:

"Liebe @ABaerbock. Es wird immer deutlicher, dass Du mit allem, was Du machst, übertreibst. Du bist mittlerweile für einen ernsthaften grünen Wahlkampf ein riesiger Ballast. Am besten wäre es, Du ziehst Dich aus der Politik zurück, gehst in die 'Produktion'."

Auch der Bundesgeschäftsführer der Grünen, Michael Kellner, räumte gegenüber dem Spiegel Fehler im bisherigen Wahlkampf ein. Zu den Plagiatsvorwürfen gegen Baerbock meinte er:

"Kritik ist stets legitim, auch hier."

Die nächsten Wochen werden zeigen, inwiefern die Grünen die bisherigen Debatten um ihre Kanzlerkandidatin aufarbeiten werden. 

Mehr zum Thema - Es geht um 40.000 Euro: Baerbock will Stipendiatszahlung der Böll-Stiftung prüfen lassen

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