Deutschland

Spahn dämpft Hoffnung auf schnelles Ende der Corona-Auflagen

Werden die Corona-Beschränkungen bald aufgehoben? Für Gesundheitsminister Spahn hängt dies vom Fortschritt der Impfkampagne im Land ab. Justizministerin Lambrecht ist vorerst weiter für die Maskenpflicht in Innenräumen, und Vize-Kanzler Scholz geht von einem normalen Schulstart aus.
Spahn dämpft Hoffnung auf schnelles Ende der Corona-AuflagenQuelle: www.globallookpress.com © Frederic Kern via www.imago-images.de

Ein rasches Ende aller Corona-Beschränkungen hierzulande wird es offenbar nicht geben – trotz niedriger Fallzahlen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zumindest dämpfte die Hoffnungen. Im Deutschlandfunk erklärte der CDU-Politiker, dass alles von der Impfquote abhänge. Bei den Älteren gebe es eine hohe Bereitschaft, so dass bei den über 60-Jährigen eine Impfquote von 90 Prozent bald erreicht werde. Bei den 12- bis 59-Jährigen müsse dagegen noch geworben werden, um eine Quote von 85 Prozent zu erreichen.

Der 41-Jährige widersprach zugleich Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD), der gestern erklärte, dass etwa bis August alle Menschen ein Impfangebot bekommen würden und damit alle im Zuge der COVID-19-Pandemie verhängten Beschränkungen aufgehoben werden könnten. Spahn verwies jedoch darauf, dass im August noch nicht alle eine volle Impfung bekommen haben können, weil das der notwendige Abstand zwischen der ersten und zweiten Dosis gar nicht zulässt.

Zudem betonte der CDU-Politiker, dass trotz der hohen Impfquote die sogenannten AHA-Regeln (Abstand, Hygiene und Alltag mit Maske) noch eine ganze Zeit bleiben würden. Maßnahmen wie das Tragen von Masken in Innenräumen könne man auch Geimpften zumuten, so Spahn. Allerdings sollten Beschränkungen etwa bei den Kontakten und beim Besuch von Veranstaltungen nach Ansicht des Gesundheitsministers bei Menschen, die sich gegen SARS-CoV-2 immunisieren lassen, wegfallen. Spahn betonte, dass die Impfung einen Unterschied machen müsse.

Im ARD-"Morgenmagazin" erklärte Spahn am Mittwoch zudem, dass die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in einigen Bereichen noch länger gelten würde:

"Die Maske im Innenraum, insbesondere wenn mehrere in einem Innenraum sind, im Herbst und Winter, die wird es auch wieder brauchen, das ist sehr klar."

Auch Bundesjustizministerin Christine Lambrecht lehnt die Aufhebung der Maskenpflicht in Innenräumen vorerst ab. Die SPD-Politikerin begründete dies gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe mit einem Verweis darauf, dass "eine Impfung keinen hundertprozentigen Schutz" vor einer Weitergabe des Virus biete. Lambrecht führte dabei die Ausbreitung der Delta-Variante in einigen Ländern als Beispiel an. Deshalb sei das Tragen einer Maske in den Innenräumen auch für Geimpfte "sinnvoll". 

Für die Schüler werden die Masken – zumindest nach jetzigem Stand – offenbar Teil ihres Alltags nach der Rückkehr in die Klassenräume bleiben. Nach Ansicht von Vize-Kanzler Olaf Scholz soll aber ein normaler Schulstart nach den Sommerferien möglich sein. Damit dürfte vor allem der Präsenzunterricht gemeint sein. Dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) sagte der SPD-Politiker: 

"Die Fortschritte bei der Impfkampagne stimmen mich optimistisch, dass normaler Schulunterricht möglich sein wird."

Doch nicht alles wird "normal". Laut Scholz sollen Masken "als Vorsichtsmaßnahme erstmal weiter eine Rolle spielen".

Im Bereich der Impfung von Kindern soll bis zum Start des neuen Schuljahres mehr gemacht werden, zumindest wenn es nach der Bundesschülerkonferenz geht. Ihr Generalsekretär Dario Schramm forderte im RND, dass jeder Schüler ab zwölf Jahren in den Sommerferien "ein Impfangebot" bekommen soll. Es handelt sich letztlich laut Schramm um einen "Schlüsselfaktor für sicheren Unterricht".

Die Ständige Impfkommission hatte bislang keine generelle Empfehlung für eine Corona-Impfung bei den 12- bis 17- Jährigen ausgesprochen, lediglich für jene in dieser Altersgruppe mit Vorerkrankung wie etwa Adipositas, Diabetes, Herzfehler oder Trisomie 21.

Nach Angaben von Spahn sind bislang etwa eine halbe Million der 12- bis 18-Jährigen in Deutschland mindestens einmal gegen SARS-CoV-2 geimpft worden.

Mehr zum Thema - RKI will für Impfquote von 85 Prozent jetzt an die Kinder

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