Deutschland

RKI-Chef Wieler: Tests und Maskenpflicht an Schulen sollten bis Frühjahr 2022 bleiben

In einigen Bundesländern haben die Schulferien gerade erst begonnen, in anderen starten sie in wenigen Wochen. Doch schon jetzt wird darüber debattiert, wie es denn nach dem Sommerurlaub in den Klassenräumen weitergeht. RKI-Chef Wieler findet dazu deutliche Worte.
RKI-Chef Wieler: Tests und Maskenpflicht an Schulen sollten bis Frühjahr 2022 bleibenQuelle: www.globallookpress.com © Felix Zahn / photothek.net via www.imago-images.de

Wie geht es nach den Sommerferien in den Schulen weiter? Werden die Kinder weiterhin mehrmals pro Woche auf das Coronavirus getestet? Wird die Maskenpflicht abgeschafft? Schon jetzt wird heftig darüber debattiert. Mehrere Bundesländer hatten bereits angekündigt, dass in den ersten Wochen nach der Rückkehr in die Klassenräume Maskenpflicht und Testen weiterhin verpflichtend bleiben.

So kündigte etwa Berlin an, dass es in der ersten Woche für Schüler sogar drei statt wie üblich zwei Schnelltests geben soll. Für Lehrkräfte ist laut Senat vorgesehen, dass sie sich schon während der Präsenztage vor Schuljahresbeginn testen lassen. Das Ziel sei, "die Infektionsketten zu stoppen, die während der Ferien ihren Anfang genommen haben". Auch die Maskenpflicht in geschlossenen Räumen soll in den ersten beiden Wochen des neuen Schuljahrs gelten. Geplant sei aber, dass sie anschließend – bei weiterhin niedrigen Fallzahlen – aufgehoben wird.

Im Nachbarland Brandenburg soll an den weiterführenden Schulen auch nach den Sommerferien ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, plädiert jedoch dafür, dass die Maßnahmen in allen Schulen bis zum kommenden Frühjahr gelten sollen. Der Rheinischen Post sagte Deutschlands oberster Seuchenbekämpfer: 

"Wir empfehlen, dass in Schulen weiter getestet und Mund-Nasen-Schutz getragen wird. Aus heutiger Sicht würde ich sagen, das sollte bis zum nächsten Frühjahr so sein."

Wieler ergänzte: 

"Zum einen wollen wir ja das Infektionsgeschehen niedrig halten, weil auch Kinder schwer erkranken können. Und zum anderen haben wir natürlich das Ziel, dass die Schulen offen bleiben."

Nach eigener Aussage rechnet er mit steigenden Fallzahlen an Schulen. "Es werden vermehrt Fälle bei Kindern auftreten, schon jetzt sehen wir größere Ausbrüche der Delta-Variante in Schulen."

Der weitere Verlauf der Pandemie hänge von "unser aller Verhalten ab". "Vor allem in Innenräumen sollten wir weiterhin Mund-Nasen-Schutz tragen, die Kontakte reduzieren und Testangebote nutzen. Auch vom Impffortschritt hängt es ab, wann es wieder zu einem Anstieg der Zahlen kommt", so Wieler weiter. Der RKI-Chef betonte: 

"Deshalb ist der Zeitpunkt schwer vorherzusagen. Sicher ist allerdings, dass es im Herbst und Winter wieder zu steigenden Zahlen kommt."

Wieder schärfere Maßnahmen könne niemand seriös ausschließen. "Aber was ich sicher weiß: Wenn wir jetzt vorsichtig bleiben, wenn wir jetzt in geschlossenen Räumen weiter Masken tragen, wenn wir weiter Abstand halten und die Impfungraten weiter nach oben gehen, dann können wir das vermeiden. Davon bin ich überzeugt. Ich kann nur meine Hoffnung zum Ausdruck bringen, dass das gemeinsam gelingt."

Bisher gebe es keine Hinweise darauf, dass die zugelassenen Impfstoffe nicht gegen die Delta-Variante wirkten. "Aber natürlich sind wir beunruhigt, weil ständig neue Varianten entstehen werden. Sie müssen schnell erkannt werden und dann die Kontaktnachverfolgung intensiv betrieben werden. Je niedriger die Inzidenzen sind, desto besser kann das den Gesundheitsämtern gelingen", ergänzte Wieler.

Nach dem Willen der Kultusminister soll es an den Schulen nach den Ferien wieder möglichst normal weitergehen. Mitte Juni erklärte die derzeitige Präsidentin und brandenburgische Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) nach dem Ende der Beratungen mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Ländern: 

"Unser Wunsch ist: Das Schuljahr soll mit so viel Normalität wie möglich starten. Das bedeutet, dass wir von einem regelhaften Präsenzunterricht in allen Fächern und allen Jahrgängen ausgehen."

Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte, die Schulen endlich krisenfest zu machen. Deren Vorsitzende Maike Finnern sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), das beinhalte Investitionen in Gebäude, Infrastruktur, mehr Personal und Luftfiltergeräte in Klassenräumen. Auch die Lehrkräfte wünschten sich in erster Linie Präsenzunterricht für alle. Sie betonte aber zugleich: "Der Schutz der Gesundheit aller hat auch in der Schule Vorrang." Konkret befand sie: "Auch nach den Ferien werden Hygienekonzepte wie eine Teststrategie und Masken eine wichtige Rolle spielen, um eine Ausbreitung der Delta-Variante zu unterbinden."

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(rt/dpa)

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