Deutschland

Greenpeace klaut 400 VW-Autoschlüssel

Im Hafen von Emden stehen Hunderte Automobile für den Export bereit. Greenpeace-Aktivisten haben am Mittwoch bis zu 400 Schlüssel von geparkten Volkswagen entwendet, um gegen die Modellpolitik des Konzerns zu protestieren. Die Polizei stellte knapp 100 Schlüssel sicher und nahm Ermittlungen auf.
Greenpeace klaut 400 VW-AutoschlüsselQuelle: www.globallookpress.com © Michael Bahlo/dpa

Etwa 400 Autoschlüssel von zum Export bereitstehenden Volkswagen haben Aktivisten von Greenpeace im Hafen von Emden geklaut. Am Mittwoch gelangten bis zu 20 Aktivisten unbefugt auf das Hafengelände und zogen die Schlüssel der in Reih und Glied aufgestellten Fahrzeuge ab. Nach eigenen Angaben entwendeten sie 400 Autoschlüssel, berichtete der Evangelische Pressedienst.

Bis zum Eintreffen der Polizei gelang es ihnen, einen großen Teil der Schlüssel vom Hafengelände hinweg an einen "Ort der Klimaschädigung" zu bringen. Die Polizei teilte mit, bis zu 100 Schlüssel sichergestellt zu haben. Von 14 Aktivisten wurden die Personalien aufgenommen. Ermittlungen wegen Hausfriedensbruch und besonders schwerem Diebstahl wurden eingeleitet.

"VW zählt noch immer zu den klimaschädlichsten Konzernen der Welt", sagte der Verkehrsexperte Benjamin Stephan von der Umweltorganisation. "Wir ziehen heute Hunderte Verbrenner vorerst aus dem Verkehr." Der Konzern verursache allein mit seinen Pkw ein Prozent der weltweiten Emissionen von Kohlendioxid.

Die Aktivisten bereiteten ein 600 Quadratmeter großes Banner auf den Dächern der Automobile aus. Darauf ist das Logo von VW in verfremdetem Design zu sehen. Der von Öl triefende Schriftzug mache deutlich, dass VW bei allen Bekenntnissen zum Klimaschutz noch bis ins Jahr 2040 Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren entwickeln und verkaufen will.

Von Emden aus hätte VW im vergangenen Jahr 735.000 Kraftfahrzeuge exportiert, vornehmlich nach Großbritannien und in die USA. "Als zweitgrößter Autobauer entscheidet VW mit seiner Modellpolitik maßgeblich über den globalen Ausstoß an Kohlendioxid", fügte Stephan hinzu.

Das VW-Werk in Emden erklärte, die Autos können derzeit nicht bewegt werden. Man sei "zu einem kritischen Dialog" bereit.

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