Deutschland

Chemnitz: 17 Personen statt mit Moderna versehentlich mit AstraZeneca geimpft

Sie kamen, um sich mit Moderna impfen zu lassen, und bekamen stattdessen AstraZeneca. Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen spricht von einem Versehen, das "trotz höchster Sicherheitsmaßnahmen und Kontrollmechanismen nicht verhindert werden" konnte. Die betroffenen Personen – darunter auch Personen unter 40 Jahren – wurden angehalten, auf mögliche Nebenwirkungen zu achten.
Chemnitz: 17 Personen statt mit Moderna versehentlich mit AstraZeneca geimpftQuelle: www.globallookpress.com © Norbert Scanella via www.imago-images.de

Im Impfzentrum Chemnitz sind vergangene Woche 17 Menschen ohne ihr Einverständnis mit dem Impfstoff von AstraZeneca statt mit dem von Moderna geimpft worden. Betroffen davon sind auch Personen, die jünger als 40 Jahre alt sind. In Medienberichten wird von einer Panne, einem Versehen bzw. einer "peinlichen Verwechslung" gesprochen.

Laut dpa konnte der Kreis von anfangs mehr als 250 auf 69 Menschen eingegrenzt werden, die in dem Zeitraum geimpft wurden. Alle möglicherweise betroffenen Personen wurden von der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KVS) speziell zu Nebenwirkungen von AstraZeneca aufgeklärt und dazu angehalten, gezielt auf Anzeichen zu achten. Für die meisten ist es nach Angaben der KVS die erste Impfung gewesen. Sie sollen bei der Zweitimpfung nun den eigentlich vorgesehenen Moderna-Impfstoff erhalten. Einen Nachteil durch den Mix der Vakzine mit Blick auf die Wirksamkeit der Impfung sieht die KVS nicht.

Der AstraZeneca-Impfstoff kann laut dpa "in seltenen Fällen schwere Nebenwirkungen haben". Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt daher das Vakzin erst für Personen ab 60 Jahre. Nach ärztlicher Aufklärung und freiwilliger Einwilligung ist es auch jüngeren Personen möglich, sich das Mittel spritzen zu lassen. Eine solche Einwilligung lag hier nicht vor. In Sachsens Impfzentren wird das Vakzin von AstraZeneca regulär nur an über 60-Jährige verabreicht. Erst seit kurzem werden wieder Impfungen damit für Menschen ab 40 Jahren angeboten. 

Die Kassenärztliche Vereinigung bedauerte die Verwechslung:

"Leider konnte dies trotz höchster Sicherheitsmaßnahmen und Kontrollmechanismen nicht verhindert werden."

Zudem sei es nach Angaben der KVS misslich, dass die Ampullen beider Vakzine das gleiche Volumen hätten und auch ihre Abdeckung farblich gleich sei. Das habe die Verwechslung begünstigt, erklärte der KVS-Vorstandsvorsitzende Klaus Heckemann auf Nachfrage der dpa.

Nach der Verwechslung sollen nun personelle Konsequenzen gezogen werden. Außerdem würden die Abläufe erneut geprüft und die Mitarbeiter der Impfzentren entsprechend instruiert. Die möglicherweise Betroffenen seien per Brief über weitere Handlungsempfehlungen informiert worden, hieß es. Zudem könnten sie sich über eine Sonderrufnummer mit ihren Fragen an einen erfahrenen Impfarzt wenden.

Das sächsische Sozialministerium meldete sich zu dem Vorfall auf Twitter:

"Wir stehen mit der Kassenärztlichen Vereinigung in engem Kontakt und begrüßen den verantwortungsvollen Umgang bei der Aufklärung des Vorfalls, damit Betroffene ihre Fragen stellen können."

Die aktuellsten Zahlen vom Paul-Ehrlich-Institut zum Corona-Impfstoff von AstraZeneca datieren vom 10. Mai. Demnach wurden 77 Fälle eines Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndroms (TTS) – Hirn-/Sinusvenenthrombosen mit einem Mangel an Blutplättchen – gemeldet. 54 Fälle betrafen Frauen, 30 davon Frauen zwischen 20 und 59 Jahren. Von den 23 betroffenen Männern sind 18 zwischen 20 und 59 Jahren alt. 14 Personen starben an den Folgen des TTS – zehn Frauen und vier Männer.

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