Deutschland

Nach Ermittlungen im Darknet: Razzia in Berlin gegen Kinderpornografie-Plattform

Seit dem frühen Mittwochmorgen durchsuchen 250 Polizisten und Fahnder des Landeskriminalamtes Berlin mehr als 40 Wohnungen und andere Räume in Berlin. In Berlin gab es keine Festnahmen, in Deutschland ein Dutzend.
Nach Ermittlungen im Darknet: Razzia in Berlin gegen Kinderpornografie-PlattformQuelle: www.globallookpress.com © Paul Zinken/dpa

Im Vorfeld hatte das Bundeskriminalamt mitgeteilt, dass eine der weltweit größten Kinderpornografie-Plattformen im Internet zerschlagen wurde. Mehrere Männer wurden als mutmaßliche Betreiber in Deutschland festgenommen. Die Darknetplattform soll mehr als 400.000 Mitglieder in vielen Ländern gehabt haben. Unter den geteilten Bild- und Videoaufnahmen hätten sich auch Aufnahmen von schwerstem sexuellen Missbrauch von Kleinkindern befunden. Laut Norma Schürmann, der zuständigen Dezernatsleiterin im LKA, sind die 42 männlichen Tatverdächtigen zwischen 17 und 84 Jahre alt. Zwei Drittel der Männer sollen wegen Besitzes, Verbreitung und Beschaffung von kinderpornografischem Material polizeibekannt sein.

Es gehe bei den Durchsuchungen nicht um zusammenhängende Fälle, sondern um Einzelermittlungen. Vorrangiges Ziel der Ermittler waren Datenträger und Computer sowie Handys, über die die Verdächtigen zu den Kontakten gekommen seien. Festnahmen habe es laut Dezernatsleiterin Schürmann nicht gegeben.

Seit der Gesetzesverschärfung von 2016 hat die Polizei eine erhöhte Anzeigebereitschaft registriert. Besondere Schwierigkeit machte den Beamten der große Zuwachs digitaler Mediennutzung durch Kinder und Jugendliche, der zu einem stetigen Anstieg der Fallzahlen bei den Sexualdelikten führte, vor allem im Bereich Kinderpornografie von derzeit 5.011 Fällen in Berlin.

In den USA würden die Netzbetreiber selbst mit Algorithmen den Datenverkehr durchforsten und Verdachtsfälle der Polizei melden. So einfach ist das aus Datenschutzgründen in Deutschland nicht. Dennoch nehmen die Fahnder immer wieder auch die Spuren aus anderen Ländern auf. Über diesen internationalen Austausch kamen viele Fälle via  Bundeskriminalamt zu den Landeskriminalämtern und zu der speziell in Berlin umfangreich tätigen pädophilen Szene. Weitere Durchsuchungen und auch Razzien sind geplant. 

Anfang Mai hatte die bayerische Polizei bei einer Kinderpornografie-Razzia 49 Objekte durchsucht. Es wurde gegen 51 Verdächtige ermittelt. Die Täter kommen demnach aus allen Altersgruppen, allen Berufsgruppen, allen sozialen Schichten und allen Regionen.

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