Deutschland

Großer Andrang beim AstraZeneca-"Impftag" in Freiburg und Köln – Polizei musste eingreifen

Mit einem "Impftag" ohne Terminvergabe hat das Zentrale Impfzentrum in Freiburg auf den Wegfall der Priorisierung bei AstraZeneca-Impfungen reagiert. Tausende, zumeist junge Menschen waren gekommen, es gab auch viele Streitigkeiten. Auch in Köln kam es zu langen Warteschlangen.
Großer Andrang beim AstraZeneca-"Impftag" in Freiburg und Köln – Polizei musste eingreifenQuelle: www.globallookpress.com

Das Zentrale Impfzentrum in Freiburg (ZIZ), betrieben von der Uniklinik und der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH, ist beim kurzfristig angesetzten AstraZeneca-Impftag am Sonntag regelrecht überrannt worden, berichtet der Südwestdeutsche Rundfunk. Dort konnten sich etwa 1.400 Menschen ab 18 Jahren ohne Terminbuchung mit AstraZeneca impfen lassen. Vorübergehend geriet die Situation wegen der für die Organisatoren unerwartet großen Zahl der Interessenten außer Kontrolle. 

Schon in der Nacht bildeten sich vor dem Messegelände lange Schlangen aus überwiegend jungen Leuten. Um 6 Uhr waren bereits rund 1.000 Menschen vor Ort, teils mit einem Wohnmobil, teils "nur" mit Campingstuhl ausgerüstet. Weil nach dem Wochenende nur noch Arztpraxen AstraZeneca verwenden dürften, seien jetzt die Restbestände beim ZIZ aufgebraucht worden, erläuterte ein Messesprecher.

Nach Polizeiangaben waren es dann am Ende insgesamt 2.000 bis 3.000 zumeist junge Leute. Das ursprünglich geplante sporadische Vorbeifahren der Beamten wuchs sich angesichts der Massen zu einem permanenten Polizeieinsatz aus, bei dem auch verbale Konflikte der Wartenden etwa wegen Vordrängelns oder zu geringen Abstands geschlichtet werden mussten. "Wir bedauern die Situation und entschuldigen uns dafür", sagte Daniel Strowitzki, Geschäftsführer des ZIZ. Ähnliches dürfe sich nicht wiederholen.

Um lange Wartezeiten zu vermeiden, verteilten Mitarbeiter des Impfzentrums Freiburg Laufzettel mit Zeitfenstern. Außerdem wurden ärztliche Informationsgespräche angeboten. Um kurz nach 8 Uhr waren bereits alle noch verfügbaren Impfungen de facto vergeben.

Ähnliche Impfaktionen fanden am Wochenende auch in anderen deutschen Städten statt. So war die Impfung am Samstag in der DiTiB-Zentralmoschee im Kölner Stadtteil Ehrenfeld möglich. Zur Verfügung standen laut lokalen Medien insgesamt rund 3.500 Impfdosen von AstraZeneca und Johnson & Johnson. Bereits in der ersten Stunde am Samstagmorgen wurden 300 Menschen gegen COVID-19 geimpft, erklärte eine leitende Impfärztin. Am Sonntag warteten die Menschen zum Teil schon ab 4 Uhr morgens vor der Moschee, um eine Impfung zu ergattern, so die Medizinerin.

Mit einem solchen Andrang habe er nicht gerechnet, erklärte der leitende Kölner Impfarzt Jürgen Zastrow. Angesprochen worden seien in erster Linie Menschen aus Gebieten mit hohen Inzidenz-Zahlen, hieß es. 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Donnerstagabend überraschend mitgeteilt, dass die Priorisierung bei Corona-Schutzimpfungen mit dem AstraZeneca-Impfstoff aufgehoben werde. Wer mit dem britisch-schwedischen Stoff geimpft werde, liege im ärztlichen Ermessen, so Spahn.

Den Impfstoff Vaxzevria des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca soll nun jeder erwachsene Impfwillige in Absprache mit dem Arzt bekommen können. Wer befürchtete Abstriche der Wirksamkeit nicht scheut, kann die zwei nötigen Spritzen in einem Abstand von nur vier Wochen erhalten.

Gegen das Präparat gibt es teils auch erhebliche Vorbehalte. Der Impfstoff wird nämlich nach dem Auftreten von Blutgerinnseln im Gehirn nur noch für über 60-Jährige empfohlen. Andererseits gibt es viele Jüngere, die sich gern damit impfen lassen würden, aber in der Impfreihenfolge bisher noch gar nicht an der Reihe wären. Viele Impfwillige rechnen für sich persönlich mit einer Lockerung der Corona-Auflagen nach ihrer Impfung.

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